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  * 2004 Athen - Damen * Spielplan / Ergebnisse Damen * GER-RSA   Samstag, 4. September 2010

Freitag, 20. August 2004 um 18.00 Uhr

Deutschland - Südafrika 0 : 3 (0:1)

Bittere Niederlage gegen Afrikameister trotz exzellenter Ausgangslage

Die deutschen Hockeydamen haben am Freitag durch eine 0:3-Niederlage gegen Afrikameister Südafrika eine exzellente Ausgangssituation im Kampf um einen Platz im olympischen Halbfinale vergeben. Am Vormittag hatten Australien und Korea für das deutsche Team das Idealergebnis von 1:1 vorgelegt. Deutschland hätte mit einem Sieg mit zwei Punkten Vorsprung auf Platz zwei vorrücken können und am Sonntag im letzten Vorrunden gegen Korea nur noch ein Remis gebraucht. Zwar ist die Halbfinalqualifikation theoretisch immer noch möglich, wenn der EM-Dritte am Sonntag um 7.30 Uhr (MESZ) Korea schlägt und die Niederlande parallel gegen Australien nicht verlieren, aber nicht mit der Leistung von heute. „Hinten haben wir sie zum Toreschießen eingeladen und vorn waren wir nicht clever genug, den Ball mal auf Tor zu bringen“, ärgerte sich Bundestrainer Markus Weise. „Wir hatten heute nicht den Mut und nicht die Mittel, um zu gewinnen, und deshalb haben wir verdient verloren.“

Text: dha, Fotos: Dr. W. Sternberger)


Foto (c) Dr. Wolfgang SternbergerBundestrainer Markus Weise hatte die Mannschaft gewarnt: Die Südafrikanerinnen hatten zwar bislang alle drei Vorrundenpartien verloren, aber in allen Spielen einen guten Eindruck hinterlassen,  nur jeweils eine katastrophale Chancenverwertung an den Tag gelegt. Heute hatte das Team von Coach Ros Howell nichts mehr zu verlieren – und so spielten die Spielerinnen aus dem Süden Afrikas auch auf.
Die ersten Minuten gehörten klar den aggressiv beginnenden Afrikameisterinnen. Das deutsche Team kam gar nicht richtig ins Spiel. Mit einem frühen Tor – begünstigt durch große Abstimmungsfehler in der deutschen Verteidigung, schockte der bisherige Tabellenletzte die Deutschen. Ihr Star Amanda Coetzee hatte Sharne Wehmeyer im Kreis angespielt, die viel Platz und keine Gegenspielerin um sich herum hatte, so dass sie Julia Zwehl – heute von Weise statt LouisaFoto (c) Dr. Wolfgang Sternberger Walter im Tor aufgeboten – aus kurzer Distanz zum 0:1 (4.) überwinden konnte.
Der EM-Dritte wirkte geschockt, was die Südafrikanerinnen auszunutzen versuchten. Sie bestimmten das Spiel in der ersten Viertelstunde.  Eine weiterer Schuss von Coetzee (10.) konnte abgewehrt werden, aber dann bekam Südafrika seine erste Strafecke. Webbers Schuss hielt Zwehl, doch beim Nachschuss von Koornhof hatten die Deutschen Glück, denn der ging nur knapp am Lattenkreuz vorbei.
Doch nun kam Weises Mannschaft allmählich besser ins Spiel, übernahm schließlich auch klar die Spielkontrolle. In der 14. Minute holte Natascha Keller die erste Strafecke heraus, doch Kleckers Schuss wurde gehalten. Auch die zweite Ecke (19.) vergab Klecker – ihr Schuss ging am Tor vorbei. Südafrika verlegte sich nun vor allem aufs Kontern. Doch Deutschland blieb vorn dran.
Allein die großen Chancen aus dem Feld heraus blieben aus. Und mit den Strafecken hatte die Mannschaft weiter kein Glück. Die nächste ging als Variante am Foto (c) Dr. Wolfgang SternbergerKreisrand verloren. Zwar konnte das Team weiterhin bis zur Pause klare Vorteile in der Feldbeherrschung verzeichnen, aber sie kam zumeist nicht durch die dichte südafrikanische Abwehrkette.
Nach der Pause zog die deutsche Mannschaft das Pressing sofort wieder auf. Sie erntete sogleich die vierte Strafecke. Doch die Kugel verpasste das Tor nach einem Rinne-Schlenzer knapp. Nach knapp zehn Minuten brachte Südafrika den ersten Konter nach vorn und holte die zweite Strafecke heraus. Bitter für Deutschland, dass nach einem Schuss von Libero Webber Amanda Coetzee den Abpraller von Julia Zwehl als erste erwischte und hoch zum 0:2 (45.) ins Netz drosch.
Deutschland musste nun noch mehr riskieren und sah sich immer wieder großer Kontergefahr ausgesetzt. Zudem hielt die Strafeckenflaute an. Denise Kleckers Schlag bei Nummer fünf (47.) war zu hoch und traf Webber auf der Linie, die eine Zeitlang draußen behandelt werden musste. Es ging jetzt hin und her. Doch Deutschlands Aufholbemühungen erhielten einen herben Dämpfer, als Sonja Lehmann für ein Foul an der Seitenlinie die Gelbe Karte sah und auf die Strafbank musste (54.). Foto (c) Dr. Wolfgang Sternberger
Dennoch drückten die Deutschen, doch die noch größeren Räume hinten setzte Südafrika in die Lage, noch effektiver zu kontern. Genau solch ein schneller Gegenstoß brachte schließlich die endgültige Entscheidung. Jenny Wilson warf sich in der Kreismitte in eine Flanke und war noch vor Marion Rodewald am Ball, so dass sie die Kugel per Stecher zum 0:3 (57.) ins Netz befördern konnte.
Keine Frage, die Spielerinnen kämpften weiter, aber es fehlte die Fortune und auch oft die Inspiration, um mal durch eine unerwartete Aktion zum Torerfolg zu kommen. Pech kam noch dazu. Rinnes Schlenzer bei der sechsten Strafecke (60.) wurde auf der Linie geklärt – das immer noch in Unterzahl. Und auch als Lehmann zurück auf dem Feld war und nun noch einmal alles nach vorn geworfen wurde, blieb die Belohnung aus.
Natascha Keller allein hatte noch drei gute Szenen, doch auch sie konnte die Kugel heute nicht im gegnerischen Tor unterbringen. Und auch per Strafecke gelang das nicht. Rinnes Schlenzer bei Nummer sieben war leichte Beute von Keeperin Engelbrecht. Es blieb beim 0:3, was sicherlich eine erhebliche Enttäuschung für die deutschen Erwartungen darstellt.

Foto (c) Dr. Wolfgang Sternberger

TORFOLGE:
04.'   0 : 1   Sharne Wehmeyer (Feldtor)
45.'   0 : 2   Amanda Coetzee (Strafecke)
57.'   0 : 3   Jenny Wilson (Feldtor)


STRAFECKEN:
Deutschland 7 (kein Tor)
Südafrika 2 (1 Tor)


 
 

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