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  * 2004 Athen - Damen * Spielplan / Ergebnisse Damen * NED-GER   Donnerstag, 9. September 2010

Mittwoch, 18. August 2004 um 10.30 Uhr

Niederlande - Deutschland 4 : 1 (4:0)

Ein herber Dämpfer durch einen sehr aggressiven Europameister

Die deutschen Damen mussten im zweiten Vorrundenmatch – vier Tage nach dem tollen 2:1-Auftaktsieg gegen Titelverteidiger Australien – gegen Europameister Niederlande eine herbe Niederlage einstecken. Die Partie war nach knapp 20 Minuten bereits entschieden – da führten die Holländerinnen bereits 3:0 und konnten kurz vor der Pause gegen indisponiert wirkende deutsche Damen sogar noch das 4:0 erzielen. Das Team von Bundestrainer Markus Weise konnte erst in der zweiten Halbzeit mehr Spielakzente setzen und das Ergebnis durch den Anschlusstreffer von Nadine Ernsting-Krienke auch etwas erträglicher gestalten. Insgesamt musste sich die Mannschaft allerdings der deutlich stärkeren Physis und größeren Aggressivität der Niederländerinnen absolut auch in der Höhe verdient geschlagen geben.

Text: dha, Fotos: Dr. W. Sternberger)


Foto (c) Dr. Wolfgang SternbergerEs begann für Deutschland durchaus viel versprechend. Natascha Keller hatte in der zweiten Minute eine Riesenchance, scheiterte aber im Fallen an der holländischen Torfrau Clarissa Sinnige. In diesen ersten Minuten versuchte die Weise-Mannschaft Druck auf die niederländische Defensive auszuüben. Doch diese Phase hielt nicht lange an. Der Europameister und Mitfavorit um Gold übernahm die Initiative. Ein Freischlag am Kreis fand den Fuß von Badri Latif und die erste von insgesamt fünf holländischen Strafecken wurde gepfiffen.
Welt-Hockeyspielerin Miintje Donners schlug den Ball als Variante auf den rechten Pfosten, wo Maartje Scheepstra den Schläger zum Stecher vor Anke Kühn an die Kugel brachte und um 1:0 (7.) vollstreckte. Die deutsche Mannschaft versuchte, trotz des frühen Rückstandes mitzuspielen, aber die Pässe aus der Verteidigung in die Offensive kamen selten an. Dadurch hatten die Niederländerinnen immer wieder die Chance, in Kontersituationen in Überzahl auf die deutsche Abwehr zuzulaufen.
Miik van Geenhuizen vergab eine Chance frei vor Tor (12.) und Louisa Walter rettete gegen einen Donners-Schuss (13.). Entlastungen wurden selten. Natascha Keller versuchte mal ein Solo (15.), doch nach dem Ballverlust rollte sofort wieder die Angriffswelle der Holländerinnen, die viel AggressivitätFoto (c) Dr. Wolfgang Sternberger und Emotionalität in die Partie trugen – und damit erfolgreich waren. Sie erhielten in der 19. Minute ihre zweite Strafecke, die Walter hielt, aber bei der Abwehr die Kugel auf Kosten der dritten Strafecke einer Mitspielerin an den Körper spielte.
Gegen Ageeth Boomgaardts Schlenzer, der halbhoch rechts am Innenpfosten und dann zum 2:0 (19.) im Tor landete, hatte die Berliner Torfrau dann keine Chance mehr. Der Europameister drückte weiter und nutzte die Verunsicherung der deutschen Mannschaft nach den beiden Gegentreffern gnadenlos aus. Beim nächsten Angriff musste Fanny Rinne im Kreis klären, doch ihr Abwehrschlag geriet zu kurz und lief van Geenhuizen am Kreisrand direkt vor den Schläger. Die vielleicht beste offensive Mittelfeldspielerin der Welt bedankte sich und vollstreckte knallhart zum 3:0 (22.).
Holland gab der deutschen Mannschaft kaum Zeit zum Luftholen. Weises Team konnte sich bei Louisa Walter bedanken, dass es erst einmal beim 0:3 blieb. Die hielt nämlich die nach erneutem Fehlpass im eigenen Viertel konzidierte vierte Strafecke gegen Donners brillant (26.). Immerhin hatte nun auch mal das deutsche Team ein Erfolgserlebnis, als Natascha Keller die eigene erste Strafecke herausholte (27.). Doch Fanny Rinnes Schuss Richtung untere linke Ecke wurde von Sinnige gut abgewehrt.Foto (c) Dr. Wolfgang Sternberger
Auf der anderen Seite spazierten dann Sylvia Karres und Fatima Moreira de Melo allzu leicht durch die deutsche Abwehr. Karres hatte beim Abschluss zwar noch etwas Glück, dass ihr Schuss als Drop über die Schienen von Walter hüpfte, aber das 4:0 (29.) war ein extrem schön heraus gespielter Treffer. Kurz vor der Pause hielt Walter dann noch einen Stecher von Donners. Die Pause war nun unglaublich wichtig für das deutsche Team.
Die Holländerinnen starteten die zweite Hälfte zwar weiter mit starkem Pressing, doch den deutschen Spielerinnen gelang es nun besser, sich zu befreien und auch eigene Akzente zu setzen. Weise hatte umgestellt und Fanny Rinne in die Defensive beordert, Marion Rodewald dafür ins Mittelfeld. Die erste gute Szene hatte Nadine Ernsting-Krienke mit einem Stecher am linken Pfosten (38.), der hoch gegen das Außennetz ging. Hinten stoppte Walter Miintje Donners im Konter und der darauf folgende Angriff brachte das sehr schön heraus gespielte 1:4 (40.). Die Kugel lief von der rechten Seite kommend über vier Stationen Foto (c) Dr. Wolfgang Sternbergerdurch den holländischen Kreis. Zuletzt passten Rinne auf Kühn und die Braunschweigerin zu ihrer Clubkameradin Ernsting-Krienke, die aus vier Metern mit einem hohen Schlenzer Sinnige überwand.
Zwar hielt Holland noch den Druck aufrecht, doch Deutschland versuchte sich nun mehr und mehr spielend zu befreien, was nicht immer gelang, aber deutlich besser aussah als noch in der ersten Hälfte. Vor allem in der Offensive fehlten oft die Abschlussaktionen. Die Angriffe endeten zumeist am Kreisrand, wo die Niederländerinnen sicher standen. Der Europameister zog sich jetzt mehr und mehr in eine defensivere Position zurück, tat nicht mehr als nötig bei der zunehmenden Hitze. Die Räume wurden dadurch eng für die deutsche Kreativabteilung. Erst eine knappe Viertelstunde vor dem Ende wurde es wieder etwas lebhafter.
Hinten wurde ein Tor von van Kessels abgepfiffen, weil vorher Mandy Haase gefoult worden war (59.). Vorn hatte Keller eine Riesenchance, als sie sich im Kreis durchsetzte, Sinnige umspielte und dann im Fallen auf das freie Tor schlenzen konnte (60.). Dort brachte allerdings Maartje Scheepstra noch den Schläger an die Kugel und rettete. Auch bei der zweiten Strafecke blieb der Erfolg aus. Sinnige hielt Rinnes hohen Schlenzer (61.).Foto (c) Dr. Wolfgang Sternberger
Nun spielten auch die Holländerinnen wieder mit. Walter hielt hinten bei einem Konter stark. Und Eefke Mulder traf mit einem halbhohen Schlag vom linken Kreisrand nur den rechten Außenpfosten (64.). Danach gab es noch drei Angriffsversuche des deutschen Teams, die aber am Kreisrand hängen blieben sowie die fünfte niederländische Strafecke, die aber verstoppt wurde.

Am Freitag um 17.00 Uhr (MESZ) kommt es nun im dritten Vorrundenmatch zum Duell mit Afrikameister Südafrika, der heute um 17 Uhr noch sein drittes Vorrundenmatch gegen Korea zu bestreiten hat. Australien ist am heutigen Spieltag spielfrei. Die Niederlande haben mit nun drei Siegen in drei Partien die Tabellenführung in Vorrundengruppe B ausgebaut und benötigen am Sonntag gegen Australien nur noch einen Punkt um sicher im Halbfinale zu sein. Deutschland belegt zurzeit Rang drei in Gruppe B hinter Holland und den punktgleichen Australierinnen. Korea könnte am Nachmittag mit einem Sieg gegen Südafrika aufgrund des Torverhältnisses auch noch an Deutschland vorbeiziehen.



TORFOLGE:
07.'   1 : 0   Maartje Scheepstra (KE)
19.'   2 : 0   Ageeth Boomgaardt (KE)
22.'   3 : 0   Miik van Geenhuizen (Feldtor)
29.'   4 : 0   Sylvia Karres (Feldtor)
40.'   4 : 1   Nadine Ernsting-Krienke (Feldtor)


STRAFECKEN:
Deutschland 2 (kein Tor)
Niederlande 5 (2 Tore)


 
 

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