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Badri Latif – fit in Hockey- und Operationstechniken
Die Berlinerin kurierte rechtzeitig einen komplizierten Daumenbruch aus
Badri Latifs ist trotz mehr als 100 Länderspielen ein olympischer Neuling in Athen. Die WM in Perth war das erste große Weltturnier der inzwischen 109-fachen Nationalspielerin, die unter Berti Rauth sowohl vor der Weltmeisterschaft 1998 als auch vor den Olympischen Spielen 2000 in Sydney bei der endgültigen Nominierung aus dem Kader gestrichen wurde. Die inzwischen 26-jährige Mittelfeldspielerin des Berliner HC gilt als eine der elegantesten Technikerinnen in Deutschland.
Technik ist auch ein Schlagwort in ihrer beruflichen Ausrichtung. Als Fachrichtung für den späteren Beruf liegen im Moment Orth opädie und Sportmedizin ganz vorn, sie würde gern auch operativ tätig sein. „Das würde mir, denke ich, am meisten Spaß machen, denn da wä-re die Chance groß, viel mit Sportlern zu tun zu haben“, verrät Badri. „Ich habe um mich her-um ja inzwischen viel mitbekommen, was es da an Verletzungen so gibt. Denn auch diesmal hätte es mit dem Weltturnier beinahe nicht geklappt. Nachdem sie vor der WM 2002 gerade noch rechtzeitig einen Innenbandschaden am Knie auskurieren konnte, brach sich Badri jetzt beim Olympia-Qualifikationsturnier im März in Neuseeland den Dau-men. Die Verletzung war kompliziert, eine erste Operation stellte den Finger so weit wieder her, dass sie heute ohne Beeinträchtigung den Schläger führen kann. Doch die vollständige Beweglichkeit wird erst eine zweite Operation nach Athen wieder herstellen können. „Zurzeit kann ich ihn noch nicht vernünftig beugen“, so die Medizinstudentin, deren Thema für ihre Doktorarbeit (Fertigstellung nach Athen geplant) zufällig ausgerechnet die endoskopische Operationstechnik in der Handchirurgie ist. Betreut wird sie dabei von Mannschaftsarzt ihres Berliner Bundesligateams, Dr. Michael Lehnert, in dessen Belegklinik und Praxis Badri auch schon ein Praktikum absolvierte. Seit April ist die hübsche Berlinerin wieder in festen Händen. Freund Nikolaus Braun hat zwar auch in der Kindheit mal zum Hockeyschläger gegriffen, ist aber heute eher im Tennis und Jogging aktiv. In Athen wird er gegen Ende für die Platzierungsspiele auf der Tribüne sitzen und der Freundin – dann hoffentlich um einen guten Platz – die Daumen drücken. Badri selbst glaubt wie ihre Mitspielerinnen fest daran, dass das Team in Athen für eine Überraschung gut ist. Auch sie führt den Vergleich mit den griechischen Fußballern heran: „Keiner erwartet groß etwas von uns. Das ist keine so schlechte Ausgangsposition, um vielleicht doch die Medaillenrunde zu erreichen.“ Schon früh wurde das außergewöhnliche Talent entdeckt. Mit Natascha Keller ging Badri in den Kindergarten. Deren Vater, Hockey-Olympiasieger Carsten Keller (Gold in München 1972), fiel das Ballgefühl der Vierjährigen beim Fußballspielen auf einem Kindergeburtstag auf. Er überredete Mutter Beate und Vater Behrouz, einen gebürtigen Iraner, die Tochter zum Kleinkinder-Training in den BHC zu schicken. Alle Jugend-Nationalmannschaften des Deutschen Hockey-Bundes hat die elegante Technikerin später durchlaufen. Doch auch im Tennis machte sie eine gute Figur, bekam sogar Verbandstraining, bevor sie sich gänzlich für den Hockeysport entschied. Auch das musische Talent wurde für den Leistungssport zurückgestellt. Immerhin war Badri als Zehnjährige mit der Blockflöte Berliner Landessiegerin von „Jugend musiziert“. „Die Flötenlehrerin meinte damals, ich sollte mit dem Hockey aufhören, weil sie Angst hatte, dass ich etwas auf die Finger bekomme. Da habe ich dann lieber das Flötespielen eingestellt.“ Und Badri hat es bis heute nicht bereut, dass sie sich für den Sport entschied. So schlägt die Medizinstudentin zwei Fliegen mit einer Klappe, denn Verreisen ist eine ihrer liebsten Freizeitbeschäftigungen.
dha - deutsche hockey agentur
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