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Denise Klecker – Olympia als Karriere-Schlusspunkt
Rüsselsheims kreative Abwehrspielerin mit starker Strafecke
Denise Kleckers ganze Konzentration gilt den Olympischen Spielen in Athen. Dass für die 32-Jährige Abwehrchefin des Rüsselsheimer RK am 31. August ihr Arbeitsvertrag bei der Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain ausläuft und sie ab dem 1. September erst einmal ohne Job ist, daran verschwendet sie zurzeit keinen Gedanken. „Ich habe mich bei der Bundesanstalt für Arbeit gemeldet, das war es dann aber auch“, sagt Denise. „Wenn wir zurück aus Athen sind, kümmere ich mich darum.“
Gern würde die kreative Athletin auch weiter im Bereich der Betreuung von Sportprojekten arbeiten. Immer hin hat sie zu vor über einem Jahr als Unternehmensberaterin für die Frankfurter Olympia-Bewerbungsgesellschaft gearbeitet und Frankfurts Präsentation als deutsche Olympia-Bewerberstadt für die Spiele 2012 mit organisiert. Eigentlich ist Denise Klecker Diplom-Pädagogin mit dem Schwerpunkt Sonderpädagogik, absolvierte aber auch schon ein viermonatiges Praktikum bei der Deutschen Sport-Marketing GmbH, der exklusiven Vermarktungsfirma des NOK und der Stiftung Deutsche Sporthilfe sowie eine halbjährige Weiterbildung an der Steuer- und Wirtschaftsakademie. Die Spiele 2000 in Sydney hatte sie sich bereits hart erarbeitet. Als Reaktion darauf, dass sie vor den Spielen 1996 in Atlanta kurzfristig aus dem Kader gestrichen wurde, nahm sie sich nach dem Studienabschluss im Herbst 1999 neun Monate frei, um sich für ihr Ticket nach Australien so intensiv wie möglich vorzubereiten. Die bittere Erfahrung von Atlanta habe sie geprägt, meint Klecker. „Ich denke sogar, dass Spielerinnen, die solche persönlichen Niederlagen nicht erlebt haben, um eine wichtige Erfahrung ärmer sind.“ Die Teilnahme an den Spielen in Athen ist die Erfüllung eines großen Wunsches für Denise. Als bisher einzige Spielerin des Olympiakaders hat sie nämlich ganz klar angekündigt, dass sie da nach ihre internationale Karriere endgültig beendet. „Das nächste Highlight ist die Champions Trophy in Argentinien und da muss Markus Weise die Chance bekommen, mit einem jungen Team hinzufahren, um es auf Top-Niveau für große Aufgaben in der Zukunft vorzubereiten. Da will ich auf keinen Fall einen Platz wegnehmen. Mein großes Ziel ist deshalb auch, in Athen mindestens Sechster zu werden, um der Mannschaft auch 2005 automatisch die Champions Trophy Qualifikation zu erhalten – sozusagen als kleines Vermächtnis.“ Eine Prognose für die Spiele wagt sie lieber nicht. 2000 hatten beide Teams deutlich unter den Erwartungen abgeschnitten. Die Weltspitze sei noch enger zusammengerückt als vor vier Jahren. „Wenn wir alle Spiele super spielen und trotzdem nur Achter werden, fahre ich vielleicht auch mit einem guten Gefühl nach Hause. Für mich persönlich ist wichtig, gesund durch das Turnier zu kommen und selbst optimale Leistung zu bringen.“ Gespannt ist Denise auch diesmal auf eine besondere Bewertung. Assistenztrainer Wolfgang Kluth pflegt die Trinkflasche zu benoten, die Denise für jedes großes Turnier neu beklebt. „Die Benotung ist aber nie fair“, sagt die Strafeckenschützin des Nationalteams und lacht. Kreative Arbeiten gehören generell zu ihren Lieblingsbeschäftigungen. An erster Stelle steht aber der Sport. Keine Sportart ist dabei vor ihr „sicher“. So testete sie schon viele Disziplinen des Olympischen Programms, vom Trampolinspringen bis hin zum Boxtraining. Eigentlich hatte die kleine Denise in ihrer Heimatstadt Mainz Fußballspielen wollen, fand aber keinen passenden Verein dafür. Statt dessen kam die damals Neunjährige über ihren Klassenlehrer zum Schulhockey-Training der damaligen DHB-Damenwartin Ulrike Diehl und dort auf den Geschmack. Das spontane Ver sprechen an Lehrer Specht, nach dem ersten A-Länderspiel eine Postkarte zu schicken, hielt sie 1994, 13 Jahre später, tatsächlich. Bis 1989 spielte Denise Klecker für den TSV Schott Mainz, dann folgte der Wechsel zum Rüsselsheimer RK in die Bundesliga, dem sie nun schon 13 Jahre treu ist. Die Mainzer Fastnacht ist dennoch bis heute Pflicht – wenn möglich immer an der gleichen Stelle während des Rosenmontagszuges. 2002 zog die Kapitänin des RRK auch erst in diesem Jahr mit Sack und Pack von Mainz nach Rüsselsheim um. Dort bildet sie jetzt mit ihrer besten Freundin und Co-Kapitänin, der österreichischen Nationalspielerin Irene Balek, eine Wohngemeinschaft. „Ich fühle mich in Rüsselsheim nach wie vor ungemein wohl und werde auch weiter hier wohnen bleiben“, tritt die 32-Jährige, die sich selbst einen T-Shirt-Tick (über 250 Stück trotz jährlicher Reduzierung um 50 Stück) attestiert, anders lautenden Gerüchten entgegen. Allerdings trifft man Denise seit einiger Zeit auch häufiger mal in Singen am Bodensee – im „Hockey-Entwicklungsland“ Baden, wie sie selbst sagt – weil dort ihr neuer Freund lebt. Bei der gut funktionierenden „long-distance-Beziehung“ soll es erst einmal auch bleiben, denn Denise sieht ihre berufliche und sportliche Zukunft definitiv im Großraum Rüsselsheim. In der Bundesliga wird sie weiter dem RRK die Treue halten und freut sich auf gleich zwei Europapokal-Teilnahmen im nächsten Jahr – und gerade der Cup der Landesmeister im Feld ist auch für die Europapokal-verwöhnten Rüsselsheimerinnen immer noch etwas ganz besonderes Highlight, denn dort steht erst ein Sieg auf der Erfolgsliste.
dha - deutsche hockey agentur
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