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  * Damen * Team-Vorstellung * Mittelfeld * Müller, Silke   Samstag, 4. September 2010

S I L K E    M Ü L L E R



Rüsselsheimer RK

Jahrgang 1978

Hotelfachfrau

 

Rückennr. 10 

 

1998   1.Platz   9. U21-Europameisterschaft Belfast
2000   1.Platz   10. Hallen-Europameisterschaft Wien
2002   7.Platz   10. Weltmeisterschaft Perth
2003   1.Platz   Champions Challenge Catania
2003   3.Platz   6. Europameisterschaft Barcelona
2004   4.Platz   Olympic Qualifier Auckland
2004   1.Platz   Olympische Spiele Athen


76 Länderspiele, 8 Tore (Stand: 31.7.04) 


 

Silke Müller - auf den Spuren Anke Engelkes?

Über spanische Verwandte und einen Sofa-Talk mit Johannes B. Kerner

Silke Müller ist in Hockeykreisen bekannt als Garant für gute Laune. Die kleine, kampfstarke Mittelfeldspielerin vom Rüsselsheimer RK ist immer für einen Spaß zu haben. Ihre Comedy-Einlagen sind unter den Mitspielerinnen genauso beliebt wie das Imitieren verschiedener Dialekte. Da liegt es nah, dass die Tochter einer spanischen Mutter – „von ihr habe ich auch das Temperament geerbt" - und eines deutschen Vaters in einem Beruf tätig ist, in dem sie ihre Fröhlichkeit einsetzen kann.


An der Sportschule und Bildungsstätte des Landessportbundes Hessen in Frankfurt arbeitet Silke als Rezeptionistin. Zuvor hatte sie in dieser Einrichtung mit Hotelbetrieb, Trainings-, Tagungs- sowie Veranstaltungsbereich in zweieinhalb Jahren ihre Ausbildung zur Hotelfachfrau absolviert. Bereits 1999 nach dem Abitur machte Silke dort ein halbjähriges Praktikum, bevor sie für sechs Monate in das Heimatland ihrer Mutter ging. „Für einen Leistungssportler gibt es eigentlich keinen idealeren Arbeitgeber", meint Silke und zeigt sich sehr dankbar für die große Unterstützung: „Ich bekomme für alle Lehrgänge und Spiele frei. Das wäre in einem normalen Hotelbetrieb sicher nicht möglich."
Trotz dieser nahezu optimale Bedingungen will sich die sympathische Hessin schon in naher Zukunft in eine andere Richtung orientieren. Ihr Vertrag läuft im September aus und Silke sieht jetzt den idealen Zeitpunkt, endlich ihren großen Passionen nachzugehen: Comedy, Musik und Fernsehen. Die viersprachige Nationalspielerin weiß allerdings noch nicht ganz konkret, wie sie vorgehen soll. "Es ist noch nichts richtig ausgegoren. Ich werde wohl erst mal ein TV-Praktikum machen. Vielleicht werde ich ja mal etwas in Richtung Anke Engelke oder Bully-Parade probieren.“
Als Ricky auf Rickys Pop-Sofa hat sie auf einer Meisterschaftsfeier des Rüsselsheimer RK sogar schon mal mit einem echten Prominenten getalkt - Johannes B. Kerner, Ehemann von Mannschaftskameradin Britta Becker, machte den Spaß gern mit. „Er hat mir auch schon lange angeboten, über ihn in den TV-Bereich rein zu schnuppern. Nach Athen rufe ich ihn sicher mal an“, freut sich Silke auf die prominente Unterstützung. Doch Träume hat Silke noch ein paar mehr. So würde die in Nationalmannschaftskreisen als „Musikministerin“ – „ich kann mir fast alle Interpreten und Titel schnell merken“ – bekannte Frankfurterin gerne mal selbst ins Tonstudio gehen und ein paar Titel aufnehmen. „Das klingt zwar auch irgendwie etwas crazy, aber ich glaube schon, dass da was ganz Ordentliches bei rauskommen würde. Vielleicht ruft mich ja bald mal ein Produzent an, wenn er das hier liest“, traut sich Silke auch stimmlich einiges zu.
Dieses Selbstbewusstsein macht sie auch auf dem Hockeyplatz zu einer wichtigen Stütze des Teams. Die 25-jährige gilt als jemand, der nie aufgibt und immer bis zur letzten Minute voll dagegen hält. Egal, wie übermächtig der Gegner erscheint. „Sie ist sehr bissig und kann sich als kleine, sehr durchtrainierte Spielerin gut durchsetzen. Ich erhoffe mir in Athen wichtige Impulse von ihr“, lobt Bundestrainer Markus Weise. Allerdings lief es nicht immer rund im Nationalteam für Silke, die seit ihrem sechsten Lebensjahr den Krummstock schwingt.
Mit 15 Jahren holte sie Peter Lemmen in seine U16-Nationalmannschaft. Danach durchlief sie die Teams bis inklusive der U21 lückenlos. Dann aber klappte es mit dem Schritt in den Damenkader nicht gleich. Vor Olympia 2000 in Sydney gehörte Silke zwar schon zu Berti Rauths erweitertem Kader, verpasste am Ende aber das begehrte Ticket. Gehandicapt durch einige Verletzungen dauerte es bis zum Sommer 2002, ehe sie wieder richtig Fuß im A-Kader fasste. Nach einer eher durchwachsenen Weltmeisterschaft (Platz 7) konnte die Rüsselsheimerin mit dem Gewinn der EM-Bronzemedaille im vergangenen Jahr ihren ersten großen Erfolg im DHB-Dress verbuchen.
Auf die Frage, ob sie sich eine ähnliches Abschneiden auch in Athen vorstellen können, antwortet Silke gewohnt selbstbewusst: „Man hat zuletzt bei der Fußball-EM gesehen, was alles möglich ist. Wir müssen nur absolut an uns glauben, dann können wir für eine große Überraschung sorgen“, ist sie sich sicher. Wie immer wird die 75-fache Internationale in Athen von einigen Glücksbringern begleitet. Neben einem Stoffhund von ihrer Mama Begona wird zum ersten Mal auch ein Quietsche-Entchen namens „Frechdachs“ mitzittern. Das Präsent ihres neuen Freundes („seinen Namen verrate ich noch nicht“) könnte auch gleichzeitig der entscheidende Faktor für eine langjährige Beziehung werden. „Wenn wir dank Frechdachs eine Medaille holen sollten, müsste ich natürlich alles daran setzen, dass wir mindestens noch bis Peking 2008 zusammen bleiben“, erklärt Silke mit einem verschmitzten Lächeln. 


dha - deutsche hockey agentur

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