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  * Damen * Team-Vorstellung * Abwehr * Haase, Mandy   Samstag, 4. September 2010

M A N D Y    H A A S E



Rüsselsheimer RK

Jahrgang 1982

Berufsziel

Lehrerin 

 

Rückennr. 4

 

2001  7.Platz  Weltmeisterschaft U21 Buenos Aires

2002  3.Platz  11.Europameisterschaft U21 Alcala
2003  A-Länderspiel-Debut 18.05.2003 GER-CZE 3:0
2003  3.Platz  6.Europameisterschaft Damen Barcelona
2004  4.Platz  Olympic Qualifier Damen Auckland
2004  1.Platz  Olympische Spiele Athen

32 Länderspiele, 1 Tor (Stand: 31.7.04) 


 

Mandy Haase – mit 22 Jahren schon15 Titel gewonnen

Die eigenen Eltern dienen als Vorbilder für die starke Abwehrspielerin

Wenn Bundestrainer Markus Weise über die jüngste Spielerin seines Olympiakaders spricht, gerät er sofort ins Schwärmen: „Was Mandy Haase mit ihren 22 Jahren bei uns abliefert, ist einfach sensationell. Sie ist schon jetzt eine absolute Schlüssel-Akteurin im deutschen Damenhockey“, lobt er fast überschwänglich. Die kampfstarke Innenverteidigerin bildet zusammen mit Mannschaftsführerin Marion Rodewald ein fast unüberwindbares Abwehrbollwerk und genießt höchstes Ansehen im gesamten Team. Und das, obwohl sie erst 30 Länderspiele absolviert hat.


„Als zentrale Abwehrspielerin hat man viel Verantwortung und muss eben auch mal das eine oder andere deutliche Kommando geben. Da kann ich keine Rücksicht auf Namen oder Alter nehmen. Ich will einfach immer das Optimum heraus holen.“, erklärt die gebürtige Leipzigerin selbstbewusst. Ihre kämpferische Ader kommt analog zu Talent und Ehrgeiz nicht von Ungefähr. Mutter Claudia absolvierte fünf A-Länderspiele für die DDR, Vater Dirk brachte es im Osten Deutschlands zum Junioren-Nationalspieler. „So lange ich zurück denken kann, bin ich in Leipzig mit auf den Platz gegangen", erinnert sich Mandy an die ersten sportlichen Gehversuche in ihrer sächsischen Heimat. Und: „Da meine Eltern beide Hockey gespielt haben, hatte ich nie das Bedürfnis, etwas anderes zu machen.“

Noch vor der Wende 1989 siedelten die Haases zielgerichtet in den Großraum Heidelberg über. „Michi" Peter, vor sechs Jahren verstorbener Olympiasieger von 1972 und legendärer Libero des HC Heidelberg, war auch in der DDR ein Begriff. Also ließ sich die Familie im Luftkurort Wilhelmsfeld nieder, und Mandy, wie ihre vier Jahre jüngere Schwester Lydia, tummelten sich in den folgenden sechs Jahren in verschiedenen Mädchenteams des HCH. „Irgendwann waren immer weniger Leute da, und ich hätte beinahe aufgehört. Da haben mir meine Eltern angeboten, mich nach Rüsselsheim zu fahren", erinnert sich „Manderl“, wie sie im Nationalteam genannt wird, an den wohl entscheidenden Wendepunkt in ihrer sportlichen Laufbahn.
Dass sich der Aufwand – pro Jahr kommen fast 25.000 Fahrkilometer zusammen – gelohnt hat, steht für Mandy Haase außer Frage: „Berti Rauth ist ein wahnsinnig guter Trainer. Ihm habe ich sehr viel zu verdanken.“ Und ein Mann, der bekanntermaßen Talent erkennt und fördert. Die Weiterentwicklung schritt vor allem im technischen Bereich so schnell voran, dass Mandy noch vor ihrem ersten Bundesligaspiel Anteil daran hatte, dass der RRK 1998 in London den Feld-Europapokal der Landesmeister gewann. Mittlerweile hat sie mit dem hessischen Traditionsclub schon sieben Europacup- und acht Meistertitel gewonnen. Eine beeindruckenden Bilanz für eine 22-jährige.
Nahe liegend, dass sich ihre Fertigkeiten auch schnell bis zum Verband herumsprachen. 1996 lag die erste Einladung zu einem Sichtungslehrgang im Briefkasten, bald darauf folgten die ersten Einsätze im U16-Auswahlteam des DHB. Über die U18 spielte sich Mandy schnell in den C-Kader, mit dem sie 2001 bei der Weltmeisterschaft den siebten Platz belegte. Im Jahr darauf folgte der Gewinn der EM-Bronzemedaille mit den Juniorinnen und 2003 schließlich die erste Berufung ins A-Team.
Symptomatisch für Mandys rasante Karriere, dass sie schon wenige Monate später in den Kader für die Europameisterschaft in Barcelona berufen wurde – und am Ende sogar Bronze holte. „Das kam wirklich alles eher unerwartet. Aber anscheinend waren meine Leistungen im Vorfeld der EM ganz ordentlich“, erinnert sich Mandy zurück. Genau diese Mischung aus Bescheidenheit und Winner-Mentalität brachte Mandy vor einigen Wochen auch ihren ersten Privatsponsor ein. Die Dresdner Bank Mannheim wird sie in Zukunft finanziell unterstützen. Im Gegenzug steht Mandy dem Unternehmen als Repräsentantin bei PR-Terminen zur Verfügung.
Beruflich will der bekennende Kaffeefan – „schade, dass der Bundestrainer meistens Apfelschorle oder Vitamindrinks anordnet“ – in einigen Jahren als Gymnasiallehrerin Fuß fassen. Zur Zeit studiert Mandy, die zusammen mit Schwester Lydia noch bei ihren Eltern wohnt, Sport und Französisch an der Uni Heidelberg. Dort hat sie auch Freund Jörg (26), einen ehemaligen nordischen Kombinierer, kennen gelernt. Von dieser Sportart versucht sie sich auch für die eigene Karriere einiges abzuschauen. „Ich finde es faszinierend, wie die Kombinierer zwei sehr unterschiedliche Disziplinen bewältigen. Diese Fähigkeit, Technik auf der einen und Ausdauer plus Durchsetzungsvermögen auf der anderen Seite zu vereinen, ist auch beim Hockey ganz entscheidend“, erklärt Mandy.
Auf die Frage, wem sie denn im privaten Bereich am meisten nachstrebe, muss sie nicht lange überlegen. „Da sind ganz klar meine Eltern mein Vorbild. Es war sehr mutig, die damalige DDR vor der Grenzöffnung zu verlassen, um hier von Null ein neues Leben aufzubauen. Ich bewundere, wie sie meine Schwester und mich immer unterstützt haben. Ohne sie wäre ich heute niemals Nationalspielerin.“ Dem Team von Markus Weise würde die sympathische Rüsselsheimerin auf jeden Fall sehr fehlen. 


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