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  * Damen * Team-Vorstellung * Abwehr * Bachmann, Tina   Montag, 6. September 2010

T I N A    B A C H M A N N



Club Raffelberg 

Jahrgang 1978

Berufsziel

Grundschul-

lehrerin

 

Rückennr.  2

 

1996  1.Platz  6-Nationen-Turnier U18 Paris
1996  1.Platz  8. U21-Europameisterschaft Cardiff
1998  1.Platz  9. U21-Europameisterschaft Belfast
2002  7.Platz  10. Weltmeisterschaft Perth
2004  4.Platz  Olympic Qualifier Auckland(AUS)
2004  1.Platz  Olympische Spiele Athen

47 Länderspiele, 5 Tore (Stand: 31.7.04) 


 

Tina Bachmann – Robbie Williams-Fan mit großem Kämpferherz

„Dolly“ - so der Spitzname der Raffelbergerin - drückt gern auf die Tube

Tina Bachmann ist mit Sicherheit die Spielerin im deutschen Damenkader, die für die Teilnahme in Athen am härtesten arbeiten musste. Zwei Mal in den letzten drei Jahren wurde sie durch Kreuzbandrisse aus der Bahn geworfen. Beide Male kämpfte sich die gebürtige Mülheimerin mit unbändigem Einsatz zurück ins Team. „Vor allem die Verletzung bei der WM 2002 war richtig bitter, nachdem ich mich gerade wieder absolut fit gefühlt hatte“, erinnert sich die 25-jährige zurück. Trotz der anschließenden Wettkampfpause wurde Tina nicht nur bei ihrem Club Raffelberg, sondern auch im Nationalteam schnell wieder zu einer festen Größe. Ihre Markenzeichen: Kampfkraft, Selbstbewusstsein und Siegeswille.

 

„Es ist gerade international wichtig, sich Respekt zu verschaffen. Und ich habe da nichts zu verlieren“, sagt die Abwehrstrategin, die nichts mehr hasst, als auf dem Platz vorgeführt zu werden. „Wenn mir etwas nicht passt, dann halte ich dagegen und sage auch deutlich und offen meine Meinung. Das ist eine generelle Eigenschaft, die mir im alltäglichen Leben aber auch durchaus schon mal Scherereien einbringt.“ Bundestrainer Markus Weise sieht’s hingegen gern: „Sie kann sich selbst immer 100-prozentig motivieren und so auf dem Feld auch andere mitreißen. Deshalb ist sie eine wichtige Stütze des Teams“, lobt Weise.

 

Bereits mit 13 Jahren debütierte Tina in der U16-Nationalmannschaft. Die Gene von Vater Gerd Bachmann ließen sich eben nicht verleugnen. Der heutige Vizepräsident Sport des Deutschen Hockey-Bundes bestritt selbst 108 Länderspiele für Deutschland, holte unter anderem 1975 WM-Bronze in Kuala Lumpur. Um da mitzuhalten, muss die Tochter trotz zweier EM-Titel im Juniorinnenbereich noch ein paar Jahre im Nationalteam bei der Stange bleiben. Ihr großes Ziel ist nach den olympischen Zielen aber erst einmal der Universitätsabschluss. Nach zwölf Semestern Grundschullehramt-Studium fehlt Tina nur noch eine Deutschprüfung zum 1. Staatsexamen. In ihrem Hauptfach – „natürlich Sport“ – und in Mathe – „leider viel zu abstrakt“ – hat sie die Prüfungen bereits in der Tasche.

 

Schüler von der ersten bis zur vierten Klasse könnte Tina Bachmann dann bald unterrichten. Doch bevor sie ihr Referendariat antritt, soll erst noch ein zweites Standbein auf sichere Füße gestellt werden. „Ich werde zunächst noch ein dreisemestriges Studium zum Diplomtrainer an der Sporthochschule Köln absolvieren. Ich kann mir gut vorstellen, später mal neben dem Lehrerjob als Coach zu arbeiten“, erklärt die 45- fache Nationalspielerin. Auch jetzt schon trainiert sie in Raffelberg zwei Teams – die Knaben A und die weibliche Jugend hören dort auf Tinas Kommandos. „Das macht unglaublichen Spaß. Vor allem, weil einige der Mädels schon bei uns in den Damen mit trainieren. Die wollen es mir dann natürlich immer ganz besonders beweisen“, schmunzelt die 25-jährige. Außerhalb des Feldes beschreibt sich Tina, die zur Zeit nicht in festen Händen ist, als sehr ordentlichen Menschen, dessen größtes Laster die eigene Schusseligkeit sei. „Ich muss meine Jacken und Sweater auf den Lehrgängen nie lange suchen, weil da immer irgendwelche Essens- oder Getränkeflecken drauf sind. Die kriegt auch nur noch Carola Meyer raus“, lacht der bekennende Haribo-Fan. Womit auch schon eins ihrer Laster benannt ist. „Neben den Süßigkeiten liebe ich noch Milchkaffee, Carazza (kleine Salami-Snacks) und ausgiebiges Frühstücken.“ Eiliger hat sie es da schon im Straßenverkehr. Langsame Autofahrer machen Tina verrückt, vor allem wenn sie schnell zum Training muss. „Ich drücke nun mal gerne auf die Tube. Da kann es schon mal passieren, dass sich die eine oder andere Schlafmütze eine Lichthupe gefallen lassen muss.“ Das dieser Fahrstil nicht der Ursprung ihres Spitznamens – Dolly (das Schaaf) – sein kann, dürfte damit auch klar sein. Er bezieht sich vielmehr auf ein ausgefallenes Kleidungsstück der sympathischen Raffelbergerin. „Ich hatte irgendwann mal so ein hässliches Fleece-Oberteil zum Training an. Da ich darin angeblich wie ein Schaf ausgesehen haben soll, hat mir unsere Spitznamen-Ministerin Caro Casaretto den Namen Dolly verpasst“, erklärt Tina. Die Charaktereigenschaften dieser Tiergattung passen allerdings kaum zu denen der als sehr impulsiv geltenden Duisburgerin. Ständig ist sie zwischen ihrem Wohnort Köln, der Hockeyheimat Raffelberg und ihrem Geburtsort Mülheim unterwegs. Ich habe eigentlich immer Hummeln im Hintern und muss auf Achse sein. Zu Hause trifft man mich daher nur ganz selten an.“ Und das, obwohl ihre Wohnung in vor einigen Wochen im Rahmen der PRO 7- Sendung „SOS Home and Style“ komplett neu gestaltet wurde. Ihr Bruder Marc (23) hatte Tina heimlich angemeldet. „So standen die eines Tages mit der Kamera vor der Tür, haben mein Wohnzimmer umgeräumt und rot gestrichen. Und mein riesiges Robbie-Williams-Poster eingerahmt.“ Der Frauenschwarm hat sich spätestens seit dem Besuch seines Konzerts in der Schalke-Arena vor einigen Jahren in Tinas Herz gesungen. Am liebsten würde Tina den Popstar mal persönlich kennen lernen.

 

Ganz oben auf der Wunschliste steht aber der Gewinn von olympischem Edelmetall in Athen. „Beides scheint momentan noch relativ weit weg. Aber ich habe auch schon andere Sachen geschafft, die anfangs unrealistisch erschienen. Deshalb gilt: ‚Impossible is nothing’“, spricht das Kämpferherz aus ihr.

dha - deutsche hockey agentur

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