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Tibor Weißenborn – der neue Werner Hansch?
Sportfreak mit riesigem Selbstvertrauen / Großes Vorbild Michael Jordan
Wenn Tibor Weißenborn am kommenden Donnerstag (29. Juli) in Essen gegen die Niederlande sein 200. Länderspiel bestreitet, schließt sich für ihn ein kleiner Kreis. Vor fast genau fünf Jahren feierte der Berliner sein Debüt im Nationalteam – ebenfalls gegen den amtierenden Olympiasieger. Schon damals fiel er als 18-jähriger „Jungspund“ durch seine frechen Dribblings und eine äußerst selbstbewusste Spielweise auf. Genau diese Eigenschaften machen ihn bis heute zu einem der besten offensiven Mittelfeldspieler der Welt. „Ich glaube einfach an meine eigene Stärke und traue mir viel zu. Egal, wer mir gegenüber steht“, erklärt Tibor sein Erfolgsrezept.
Mit dieser Einstellung hat der 23-jährige schon fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Er ist vierfacher Europameister (je zwei Mal Feld und Halle), holte einen Sieg bei der Champions Trophy 2001 und wurde im vergangenen Jahr Hallen-Weltmeister. 2002 erhielt Tibor vom Welt-Hockeyverband FIH sogar die Auszeichnung „Young Player of the year“. Über allem steht für ihn selbst aber der Gewinn des Weltmeistertitels in Malysia im selben Jahr. „Das war ein unglaubliches Erlebnis. Ich bekomme heute noch eine Gänsehaut, wenn ich an die Emotionen nach unserem gewonnenen Finale zurückdenke“, erklärt der BHC-Star. Er weiß aber auch, wie sich diese Gefühle eventuell noch einmal toppen ließen. „Eine Medaille in Athen wäre noch wertvoller. Wir sind diesmal vom gesamten Team her über Trainer, Staff und Mannschaft zwei Klassen stärker als vor vier Jahren in Sydney. Deshalb glaube ich ganz fest ans Halbfinale.“ Tibor selbst will in Athen entscheidend dazu beitragen, dass die deutsche Mannschaft erstmals seit 1992 wieder auf dem Siegerpodest landet. Der Berliner möchte Verantwortung übernehmen und das Team in wichtigen Momenten nach vorne treiben. Sein großes Vorbild in dieser Hinsicht ist Ex-Basketballstar Michael Jordan, der für Tibor den personifizierten W innertypen darstellt. „Jordan fasziniert mich, weil er in wichtigen Situationen immer die richtige Entscheidung getroffen hat. Selbst wenn er mal nicht so gut gespielt hatte, hat er eine Sekunde vor der Schlusssirene doch noch den big point gemacht“, schwärmt Tibs, wie ihn die Nationalmannschaftskollegen gerne nennen. Auch außerhalb des Platzes hat der einzige Herrenakteur aus der Bundeshauptstadt ehrgeizige Ziele. Tibor studiert an der Berliner Humboldt-Universität Sportwissenschaften im vierten Semester und will im Frühjahr sein Vordiplom schaffen. Danach wird er sich in Richtung Journalismus orientieren, um in ein paar Jahren in seinen Traumberuf einsteigen zu können: Sportreporter. „Ich habe schon als kleiner Junge davon geträumt, irgendwann mal Sp ortevents im Fernsehen zu kommentieren“, gerät er sofort ins Schwärmen, wenn es um seine große Leidenschaft geht. Ein Praktikum bei der Berliner Morgenpost hat er schon absolviert – „aber irgendwie ist Zeitung nicht so mein Ding“ - nach Athen steht ein weiterer „Schnupperkurs“ bei Radio Berlin Brandenburg auf dem Programm. Auch Tibors Hobbys harmonieren bestens mit seinem Berufswunsch. Er ist begeisterter Freizeit-Basketballer, fährt gerne Ski oder verbessert seinen Golfschwung auf den Plätzen im Berliner Umland. Daneben besucht er regelmäßig die Heimspiele der ALBA-Basketballer und der Eishockey-Cracks der Berliner Eisbären. „Ich bin eben ein absoluter Sportfreak. Bei mir kann es auch gut mal passieren, dass ich mich von morgens bis abends vor die Glotze knalle, wenn guter Sport läuft“, lacht der 23-jährige. In solchen Fällen muss auch Freundin Birgit, mit der Tibor seit fünf Jahren ein Paar bildet, auf ihn verzichten. „Zum Glück weiß sie, dass ich in dieser Hinsicht etwas verrückt bin, sonst könnte man es mit mir wahrscheinlich auch nicht aushalten“, ist er dankbar für ihre tolerante Ader. Es liegt allerdings nicht an den Fernsehgewohnheiten, dass Tibor momentan noch mit zwei Freunden in einer WG lebt. „Birgit und ich haben zwar schon mal über das Zusammenziehen gesprochen, fühlen uns aber beide momentan sehr wohl so, wie es ist. Warten mir mal ab, was die Zukunft bringt“, lässt er sich nicht in die Karten schauen. Deutlicher sind da schon die Vorstellungen, was die eigene Karriere angeht- sowohl sportlich, als auch beruflich. „Ich möchte auf jeden Fall 2006 den WM-Titel in Mönchengladbach verteidigen. Und wenn ich 2008 in Peking nicht mehr als Aktiver dabei sein sollte, werde ich dort das Hockey-Finale zwischen Deutschland und Pakistan für ARD oder ZDF kommentieren.“
dha - deutsche hockey agentur
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