» HockeyPlatz
  * Herren * Team-Vorstellung * Abwehr * Duckwitz, Eike   Montag, 6. September 2010

E I K E    D U C K W I T Z



UHC Hamburg

Jahrgang 1980

Berufsziel

Jurist

 

Rückennr. 6

 

1996   2.Platz   6-Nationen-Turnier U16 Paris
1997   2.Platz   6-Nationen-Turnier U18 Köln
1999   1.Platz   8.Herren-Europameisterschaft Padua
2001   1.Platz   23.Champions Trophy Herren Rotterdam
2001   3.Platz   7.Junioren-Weltmeisterschaft Hobart
2002   2.Platz   24.Champions Trophy Herren Köln
2003   6.Platz   25.Champions Trophy Herren Amstelveen
2004   3.Platz   Olympische Spiele Athen



99 Länderspiele, 0 Tore (Stand: 16.8.2004)


 

Eike Duckwitz – der General hat alle überrascht

Dank toller Entwicklung auf den Olympiazug aufgesprungen

Kaum jemand hatte zu Beginn des Jahres darauf gesetzt, dass Eike Duckwitz zum deutschen Kader für die Olympischen Spiel in Athen gehören würde. Bei den meisten Experten galt der 24-jährige als absoluter Außenseiter für eines der begehrten Tickets. Zu stark erschien die Konkurrenz im Defensivbereich des amtierenden Weltmeisters. Auch der gebürtige Neumünsteraner selbst hatte den Traum von Athen im Februar eigentlich schon fast abgehakt. „Nach meiner Blinddarm-Operation bin ich beim Lehrgang in Rom noch herumgelaufen wie Falschgeld. Damals war Olympia wirklich ganz weit weg für mich“, erinnert sich der UHCer zurück. Aufgegeben hat er sich trotzdem nicht. „Man muss auch das Unmögliche probieren, um das Mögliche zu erreichen“, beschreibt Eike das Motto, mit dem er seit dem Frühjahr um seinen Platz im Team gekämpft hat.


Mit dem UHC Hamburg spielte der „Mittelfeldmotor“ eine unglaubliche Rückrunde in der Bundesliga, die bis ins Finale um die Deutsche Meisterschaft führte. Sieben Partien, sieben Siege. Entscheidender Mann für den Höhenflug: Eike Duckwitz. Bislang als reiner Zerstörer bekannt, entwickelte er plötzlich Offensivqualitäten, die auch dem Bundestrainer nicht verborgen blieben. „Er hat sich in vergangenen Monaten sensationell entwickelt. Ich erwarte mir bis Athen sogar noch eine weitere Steigerung von ihm“, schwärmt Bernhard Peters vom „neuen“ Eike.
Auch außerhalb des Platzes hat der Jurastudent in den letzten Monaten einen Sprung nach vorne gemacht. Aus dem früher eher schweigsamen Zeitgenossen ist mittlerweile ein offener, selbstbewusster junger Mann geworden, der seine Meinung offensiv vertritt. Beim UHC gehört er seit einem Jahr zum Mannschaftsrat, genießt höchsten Respekt unter den Mitspielern. „Eike weiß ganz genau, wann er sich wie zu wichtigen Themen äußern muss. Sein Wort ist bei uns fast schon Gesetz“, beschreibt Clubtrainer Lutz Reiher die Führungsrolle seines einzigen Olympioniken.


Eikes Spitzname bezieht sich allerdings auf andere Eigenschaften. Seine aufrechte Spielweise und vor allem das stets korrekte Verhalten außerhalb des Feldes brachten ihm vor drei Jahren den Spitznamen „General“ ein. Der damalige Juniorenbetreuer Witold Ziaja taufte ihn vor der WM 2001 mit diesem Beinamen – bis heute nennt ihn in Nationalmannschaftskreisen jeder so. „Es stimmt schon, dass ich neben dem Platz sehr diszipliniert und ordentlich bin. Zu spät kommen gibt’s bei mir zum Beispiel nicht“, erklärt Duckwitz.


Aber auch im privaten Bereich bescheinigt sich der General eine deutliche Weiterentwicklung: „Durch meine Zeit in Hamburg bin ich viel lockerer geworden. Ich sehe jetzt viele Dinge entspannter als früher und habe erkannt, dass man auch mal eine Uni-Verpflichtung oder Lerneinheit sausen lassen muss, wenn das Wetter zu einem Sonnenbad an der Alster einlädt.“ In einer anderen – für Hockeyspieler sehr ungewöhnlichen - Sache bleibt er allerdings standfest. Eike ist konsequenter Antialkoholiker. Wenn die anderen sich ein Siegerbierchen gönnen, schlürft er seine Cola light.
Bis heute gab es da nur eine einzige Ausnahme. „Bei unserer UHC-Meisterfeier vor zwei Jahren habe ich auch gebührend zugeschlagen. Das hatte ich den Jungs vor der Endrunde versprochen“, begründet er seinen „Aussetzer“.  Der DM-Titel 2002 war sein dritter wichtiger Erfolg nach dem Gewinn der Europameisterschaft 1999 und der Champions-Trophy 2001. Die größten Enttäuschungen bedeuteten die beiden Nicht-Nominierungen für Olympia 2000 in Sydney und die WM vor zwei Jahren.


Entscheidenden Halt bieten in solchen Momenten Eikes Eltern, die immer noch in Neumünster wohnen. „Die Familie ist ein wichtiger Mittelpunkt in meinem Leben. Sie hat mich immer toll unterstützt ist mein großer Rückhalt“, erklärt Eike, der das Nesthäkchen unter den vier Duckwitz-Geschwistern ist. Auch sein Verhältnis zu den Brüdern Hauke (31) und Söhnke (29) sowie Schwester Wiebke (27) ist nach wie vor sehr gut, „auch wenn der Kontakt natürlich nicht mehr ganz so intensiv ist wie früher.“
Neben der Familie spielt Freundin Kim die Hauptrolle in Eikes Privatleben. Seit über sechs Jahren ist die 25-jährige BWL-Studentin an seiner Seite, wenn auch nicht ganz so nah, wie er es gerne hätte. „Sie studiert in Kiel. Das bedeutet sehr viel Hin- und Herfahrerei für uns beide und ist nicht immer ganz einfach. Trotzdem läuft es sehr gut zwischen uns“, schwärmt Eike.  Wenn die Zeit nicht für einen Besuch in Kiel reicht, greift der General in jeder freien Minute zu einem der vielen Bücher in seiner kleinen Privatbibliothek in Hamburg-Eppendorf.
Lesen ist seine große Leidenschaft. „Besonders Biographien bekannter Politiker finde ich unglaublich interessant. Ich lese aber auch gerne Science-Fiction-Romane wie den Herrn der Ringe“, beschreibt Eike seine Vorlieben. Vor allem die Lebensgeschichte von Ex-Kanzler Willy Brandt hat es ihm zuletzt angetan. „Er ist eine wirklich beeindruckende Persönlichkeit, die für mich in vielerlei Hinsicht auch ein Vorbild darstellt.“ Für Athen stehen die Memoiren von Ex-US-Präsident Bill Clinton auf dem Programm. „Darauf freue ich mich jetzt schon. Auch er war ein großartiger Politiker, obwohl er sich sicher nicht in allen Lebenslagen ganz vorbildlich verhalten hat“, schmunzelt der General.


dha - deutsche hockey agentur

Fotos honorarfrei für Veröffentlichung bestellbar unter 04101-590488

 
 

powered by:

gamma software

 
© 1999-2004 Deutscher Hockey-Bund e.V. Theresienhöhe 50354 Hürth
Fon: +49 2233 942440 Fax: + 49 2233 942444