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  * Herren * Team-Vorstellung * Mittelfeld * Eimer, Christoph   Montag, 6. September 2010

C H R I S T O P H    E I M E R



HC Roma

Jahrgang 1977

Berufsziel

Arzt

 

Rückennr. 10

 

1996   2.Platz   8. Junioren-Europameisterschaft Vejle
1997   1.Platz   8. Herren-Hallen-Europameisterschaft Lievin
1997   3.Platz   6. Junioren-Weltmeisterschaft Milton Keynes
1997   1.Platz   19. Champions Trophys Herren Adelaide
1998   3.Platz   9. Herren-Weltmeisterschaft Utrecht
1999   1.Platz   9. Herren-Hallen-Europameisterschaft Slagelse
1999   1.Platz   8. Herren-Europameisterschaft Padua
2000   2.Platz   22. Champions Trophy Herren Amstelveen
2000   5.Platz   Olympische Spiele Herren Sydney
2001   1.Platz   23. Champions Trophy Herren Rotterdam
2002   1.Platz   10. Herren-Weltmeisterschaft Kuala Lumpur
2003   1.Platz   11. Hallen-Europameisterschaft Santander
2003   1.Platz   1. Hallenhockey-Weltmeisterschaft Leipzig
2003   1.Platz   9. Herren-Europameisterschaft Barcelona
2004   3.Platz   Olympische Spiele Athen


219 Länderspiele, 29 Tore (Stand: 16.8.2004)




Christoph Eimer - kreativer Kopf und verlängerter Arm

Der angehende Mediziner mit der ausgeprägten Vorliebe für Rom

Christoph Eimer ist in gewisser Weise ein Hockey-Paradoxon. Er ist der kreative Kopf und Spielgestalter, aber gleichzeitig ein unglaublich kampfstarker Spieler, der die Kugel behaupten kann, wie kaum ein anderer Mittelfeldspieler in der Weltspitze. Nicht selten bekommt er den Ball, wenn vorn keine Anspielstation zu finden ist und die Abwehr unter Druck steht – und Eimer findet dann meist eine Lösung, in der Regel eine sehr gute. Und auch in der Offensive gehen viele Impulse von ihm aus.


So war er es, der am 9. März 2002 im WM-Finale von Kuala Lumpur fünf Minuten vor Schluss den Ball am australischen Kreis abfing und damit die entscheidende Vorbereitung zum 2:1-Siegtreffer leistete, an dem auch noch Björn Michel und Schütze Oliver Domke beteiligt waren. Trotz allem gehört der angehende Mediziner eher zu den bescheidenen Vertretern seiner Zunft. Als amtierender Weltmeister in der Halle und auf dem Feld sowie mehrfacher Europameister drängt er sich nicht in den Vordergrund. Trotzdem – oder vielleicht deshalb – gilt das, was der Wahl-Römer sagt. Er gilt als verlängerter Arm von Bundestrainer Peters auf dem Feld.
Im Herbst 2003 zog es den deutschen Hockeysportler in die italienische Hauptstadt, wo er beim HC Roma den Schläger und in diesem Jahr Dritter der italienischen Meisterschaften wurde. Vor allem aber geht er dort beruflich seinen Weg – zurzeit als Arzt im Praktischen Jahr und kurz vor Abschluss der Doktorarbeit (Thema aus der Herzchirurgie). Dass Hockey-Nationalspieler da von besonderem Holz geschnitzt sind, bewies Eimer im vergangenen Jahr, als er sein 2.Staatsexamen eine Woche vor der Europameisterschaft in Barcelona ablegte – beide Prüfungen übrigens mit Auszeichnung bestanden: In Barcelona als Europameister die direkte Olympia-Qualifikation geschafft und im Staatsexamen mit guter Note. Bis Juni 2005 hält es ihn noch in der Stadt, an die er schon auf der Abi-Reise mit seinem Vater das Herz verlor. „Seitdem war es ein Wunsch, dort mal eine Zeit zu leben. Ich mag einfach die Stadt und die Landschaft drum herum.“ Mit der Sprache klappt es schon recht gut. Verstehen kann der sympathische Deutsche schon fast alles. Das liegt vielleicht auch an Freundin Claudia, einer Physikstudentin aus Rom, mit der Christoph seit Weihnachten 2003 liiert ist. Weil sie gerade ihr Examen schreibt, kann sie ihm leider nicht in Athen vor Ort die Daumen drücken.
Die Olympischen Spiele werden für den erst 27-Jährigen das letzte Event im Nationaldress sein. „Ich spiele seit acht Jahren im A-Kader, habe davor schon seit meinem 14 Lebensjahr in den Jugend-Nationalmannschaften gestanden. Irgendwann muss einfach Schluss sein. Es wird auch immer aufwändiger, den internationalen Level zu halten, weil der Sport immer athletischer wird. Ich will mich danach auf meinen Beruf konzentrieren. Wenn alles so klappt, wie ich es mir vorstelle, dann werde ich nächste Jahr meine Facharzt-Ausbildung beginnen und will dann nicht – wie Michael Green es immer gemacht hat – meine Urlaube für Lehrgänge opfern.“
Vielleicht ist dann in der Freizeit mehr Gelegenheit, den Hobbys nachzugehen, die bei Christoph – wenn möglich – in der Natur ausgeübt werden. Neben diversen ballsportlichen Disziplinen zählen bergsportliche Aktivitäten dazu, ob mit Skiern im Winter oder im Sommer zu Fuß oder mit dem Mountainbike. In Rom wird Eimer noch für den HC Roma die Saison 2004/2005 zu Ende spielen. Danach braucht sich auch kein Bundesligist Hoffnung zu machen. Denn dann wird der technisch elegante Mittelfeldspieler mindestens ein bis zwei Jahre eine komplette Hockeypause machen. „Ich habe nach der WM 2002 mal neun Monate pausiert und gemerkt, wie gut mir das tut.“ In Athen hat sich Christoph als Ziel eine Medaille vorgenommen. „Sicher wird der Frust vor Ort groß sein, wenn wir im Halbfinale oder Finale verlieren sollten. Aber mit ein bisschen Abstand werden wir uns über jede Medaille freuen.“ Seine Spitznamen im Nationalteam sind einerseits schnell erklärt – „Atze“ folgt aus der Ähnlichkeit mit dem Comedian Atze Schröder – andererseits kaum zu erklären, denn die Herleitung von „Shneez“ ist kaum nachzuvollziehen. Die sportlichen Wurzeln liegen in Christophs Geburtsstadt Neuss. Bei Schwarz-Weiß lernte er den Umgang mit dem Krummstock. Gemeinsam mit Bruder Martin, heute 29, eroberte er von dort aus die Bundesliga und die deutschen Auswahlteams.
Erst folgte er Martin nach Crefeld und nahm gleich noch den jüngsten Bruder Simon (anderthalb Jahre jünger) mit. Nur dort spielte das Eimer-Trio mal für zwei Saisons im gleichen Team. Später gingen Simon zum Studium nach Ungarn, Martin und Christoph 1997 nach München zum MSC. Beide waren auch im A-Kader gemeinsam vertreten und gehörten noch 1998 zum WM-Team in Utrecht, als Deutschland Bronze holte. 2002 war es dann nur noch Christoph, der als Spielermacher der Mannschaft von Bernhard Peters in Kuala Lumpur die erste Herren-Weltmeisterschaft der Verbandsgeschichte gewann. 


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