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  * Herren * Team-Vorstellung * Angriff * Reinelt, Sascha   Donnerstag, 9. September 2010

S A S C H A    R E I N E L T



HTC Stuttgarter Kickers

Jahrgang 1978

Berufsziel

Dipl.Wirtschafts-ingenieur

 

Rückennr. 8

 

1996   3.Platz   18. Champions Trophys Herren Madras
1997   3.Platz   6. Junioren-Weltmeisterschaft Milton Keynes
1998   3.Platz   9. Herren-Weltmeisterschaft Utrecht
1998   6.Platz   20. Champions Trophys Herren Lahore
1999   1.Platz   9. Herren-Hallen-Europameisterschaft Slagelse
1999   1.Platz   8. Herren-Europameisterschaft Padua
2000   2.Platz   22. Champions Trophy Herren Amstelveen
2000   5.Platz   Olympische Spiele Herren Sydney
2001   1.Platz   23. Champions Trophy Herren Rotterdam
2002   1.Platz   10. Herren-Weltmeisterschaft Kuala Lumpur
2002   2.Platz   24. Champions Trophy Herren Köln
2003   1.Platz   9. Herren-Europameisterschaft Barcelona
2004   3.Platz   Olympische Spiele Athen


 

220 Länderspiele, 68 Tore (Stand: 16.8.2004)


www.DerbeKirsche.de


 

Sascha Reinelt – Modellathlet und Toskana-Fan

Der kampfstarke Schwabe ist heiß auf weitere Titel

Dass Sascha Reinelt als allerletzter deutscher Akteur auf den Olympiazug nach Athen aufsprang, passt eigentlich gar nicht zum bisherigen Verlauf seiner Hockeykarriere. Reinelt ist das Paradebeispiel eines Frühstarters. Bereits mit 14 Jahren debütierte er in der U 16-Auswahl des deutschen Hockey-Bundes, zwei Jahre später in der U 18. Auch im Juniorenbereich spielte der sympathische Schwabe zumeist mit drei Jahre älteren Akteuren zusammen. Und schon als 18-jähriger durfte er sich A-Nationalspieler nennen. Mittlerweile zählt Sascha dank seiner unnachahmlichen Art, Athletik und Power mit technischer Finesse zu verbinden, zu den meist gefürchteten Stürmern Europas.


Genau diese Fähigkeit war letztlich auch ausschlaggebend dafür, dass sich der 25-jährige im mannschaftsinternen „Olympia-Duell“ gegen Mitstreiter Christian Wein durchsetzte. „Sascha ist durch seine läuferische Stärke und Fitness wertvoller für die Arbeit nach hinten und für das schnelle Kombinationsspiel“, begründete Bundestrainer Bernhard Peters vor einigen Wochen seine Entscheidung für den Stuttgarter. Der amtierende Welt- und Europameister hätte seinen Platz im Team allerdings schon viel früher sicher haben können, wäre da nicht eine ganz schwache Phase zu Beginn des Jahres gewesen. „Damals war ich einfach nicht in Topform und auch völlig zurecht im Stürmerranking zunächst nur auf Rang sieben oder acht“, erinnert sich Sascha selbstkritisch zurück.
Die nötige Form – und vor allem auch das Selbstvertrauen – kamen dann aber mit Beginn der Bundesliga-Rückrunde schnell zurück. Zusammen mit Nationalmannschaftskollege Björn Emmerling führte er die Stuttgarter Kickers zu sieben Siegen in Serie. Obwohl das Finale knapp verpasst wurde, sieht der Modellathlet im Erfolg bei den Kickers auch einen wichtigen Schlüssel zu seinem Olympiaticket. „Durch diesen unglaublichen Lauf ist man zu jedem Lehrgang mit extrem breiter Brust gefahren. Das hat sich absolut positiv auf meine Leistung ausgewirkt“, ist er sich sicher. Überhaupt fühlt sich der 219-fache Internationale beim Club in Degerloch unheimlich wohl und sieht hier auch seine sportliche Zukunft. Ausschlaggebend dafür seien zum einen die optimalen Strukturen im Umfeld, zum anderen die hervorragende Perspektive der jungen Mannschaft.
Ob Sascha, der sowohl im Studium der Luft- und Raumfahrttechnik, als auch im Bereich Wirtschaftswissenschaften sein Vordiplom in der Tasche hat, auch beruflich der schwäbischen Metropole treu bleiben wird, steht noch nicht ganz fest. Die Ausbildung zu seinem eigentlichen Berufswunsch Wirtschaftsingenieur müsste er in Karlsruhe absolvieren. An seiner momentanen Universität in Hohenheim (bei Stuttgart) – „da fühle ich mich sauwohl“ – stünde als Alternative der Bereich Management und Marketing auf dem Lehrplan. „Ich muss einfach noch mal genau abwägen, was am besten für mich ist. Natürlich wäre es angenehmer, hier bei den Kumpels in der Nähe zu bleiben, als immer nach Karlsruhe zu fahren“, geht die Tendenz zur Zeit eher nicht in Richtung Ortswechsel.
Eine Entscheidung pro Hohenheim würde sicher auch Lebensgefährtin Constanze Massa freuen. Die Tochter einer traditionellen Kickers-Familie – Vater Willi war lange Kapitän der Herren und Tante Marlinde 43-fache Nationalspielerin für Deutschland – ist bereits seit acht Jahren die Frau an Saschas Seite. Obwohl der Blondschopf zugibt, dass es manchmal gar nicht so leicht mit ihm auszuhalten sei. „Eigentlich bin ich ein ganz ausgeglichener Typ. Doch hin und wieder überkommen mich kleinere Jähzorn-Anfälle, die für Conzi sicher nicht so angenehm sind. Sie weiß zum Glück mittlerweile, wie sie damit umgehen muss“, kann Sascha über seine kleine Schwäche lächeln.
Constanze hat den blonden Stürmer – genau wie Berner Sennen-Labrador-Mischling Chiara – vor ein paar Jahren auch nach Hamburg begleitet, wo Sascha zwischen 1999 und 2000 für den Harvestehuder THC auf Torejagd ging. „Eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte“, erklärt der 25-jährige. „Ich habe meine ersten Finals dort gespielt, meinen ersten deutschen Meistertitel gewonnen und viele neue Freunde gefunden.“ Auch die angestrebte Nominierung für die Olympischen Spiele in Sydney 2000 erreichte er in dieser Zeit.
Die Rückkehr nach Stuttgart stand allerdings von vorn herein fest. Der gebürtige Sindelfinger, der seine Hockeyjugend beim nahe gelegene SV Böblingen verbrachte, ist sehr Heimat verbunden und liebt neben der abwechslungsreichen Landschaft vor allem das milde Klima Baden-Württembergs. Nicht umsonst ist Sascha ein großer Toskana-Fan und war schon häufig im italienischen Urlaubsparadies. „Besonders die Gegend um Florenz ist wunderschön. Es gibt nichts besseres zum Erholen“, schwärmt der Sunnyboy.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Sascha sich auch in diesem Jahr noch einmal dort entspannen kann, ist relativ groß. Nach den olympischen Spielen will er sich nämlich erst mal eine kleine internationale Hockey-Auszeit gönnen, um dann die nächsten großen Ziele anzugehen. „Auch wenn man nach einem solchen Event immer in ein kleines Loch fällt, bin ich spätestens nach ein paar Monaten wieder geil auf das nächste große Turnier. Ich will noch viele Titel gewinnen.“ 


dha - deutsche hockey agentur

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