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Christopher Zeller – Goldschütze auch in Athen ?
Für den Bundestrainer ist er schon jetzt „ein Weltklassestürmer“
Christopher Zeller ist seit dem vergangenen September der Shootingstar im deutschen Hockey. Damals krönte der 19-jährige im Finale der Europameisterschaft in Barcelona seine überragende Turnierleistung, als er den entscheidenden Siebenmeter eiskalt verwandelte. Eine mutige Aktion, die nicht nur Deutschlands direkte Olympiaqualifikation sicherte, sondern auch die Stärken des Münchners perfekt zum Ausdruck bringt: Christopher ist unbekümmert, selbstbewusst und übernimmt Verantwortung. Schon jetzt ist er aus dem Team von Bundestrainer Bernhard Peters nicht mehr weg zu denken.
„Es war für mich selbstverständlich, dass ich schieße. Ich war gut drauf und treffe eigentlich immer, wenn ich mich voll konzentriere“, erklärt „Z els“, wie ihn die Kollegen im Nationalteam nennen, ganz cool. Das Vertrauen in die eigene Stärke hat sich der Youngster in den vergangenen Jahren allerdings hart erarbeitet. Fast jeden Morgen geht der Schüler vor dem Unterricht laufen. Nachmittags ist viermal die Woche Krafttraining angesagt, abends Clubtraining beim Münchner SC. „Das zahlt sich natürlich aus. Ohne diesen hohen Aufwand wäre ich noch lange nicht da, wo ich jetzt bin“, ist sich Christopher sicher. Dass er überhaupt Hockeynationalspieler wurde, verdankt er auch seinen beiden Brüdern. Über David (24), der heute in Würzburg Jura studiert, fand er im Alter von vier Jahren erstmals den Weg auf den Hockeyplatz des MTV München. Und mit Philipp (21), der nur aufgrund einer Serie von Verletzungen nicht im deutschen Olympiakader steht, gibt es sogar noch eine zweiten aktuellen DHB-Akteur in der Familie Zeller. „Natürlich wäre es ein Traum gewesen, zusammen mit ihm nach Athen zu fliegen. Aber wir sind beiden jung und spielen mit Sicherheit noch einige große Turniere zusammen“, hofft Christopher auf die Zukunft.
Ohne Philipp wäre der Modellathlet übrigens - ähnlich wie Teamkollege Timo Weß – beinahe beim Fußball gelandet. Christopher hatte mit 12 den Spaß am Hockey verloren, seine Brüder aufgehört (David) beziehungsweise den Club gewechselt (Philipp zum MSC). Als begeisterter Fußballer entschied er sich daher zum Wechsel der Sportart und jagte für zwei Jahre beim TSV Forstenried dem runden Leder hinterher. Ausschlaggebend für die Rückkehr zum Krummstock waren dann ein Trainerwechsel, neue Mitspieler und die Überzeugungsarbeit des MSC. „Philipp und seine Kumpels haben mich ständig damit gelockt, dass man ab den A-Knaben auch Deutsche Meisterschaften spielen kann. Da sowohl mein Lieblingscoach, als auch alle meine Kumpels in Forstenried eine Alterstufe nach oben gerückt waren, habe ich nicht lange überlegen müssen“, erinnert er sich zurück. Die Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. 2000 wird Christopher in die U 16-Auswahl des Deutschen Hockey Bundes berufen. Ein Jahr später debütiert er in der U 18 und gewinnt noch im selben Jahr die Bronzemedaille bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Australien. Nach dem zweiten Platz bei der U 21-EM 2002 folgt im Januar 2003 der erste Auftritt im A-Kader. „Irgendwie ging das alles tierisch schnell. Kaum hatte ich in einer Altersklasse z um ersten Mal mit gespielt, bin ich schon in die nächst ältere aufgerückt“, wundert er sich manchmal über seine rasante Karriere. Die Schnelligkeit zeichnet den Stürmer auch auf dem Platz aus. Neben Sascha Reinelt ist „Zels“ der sprintstärkste Akteur im deutschen Team. Weltweit gibt es kaum einen Spieler, der ihm in puncto Antritt Paroli bieten kann. Daneben zeichnet ihn seine Athletik und ein starkes Durchsetzungsvermögen aus. „Christopher hat alle Eigenschaften, die man als Weltklassestürmer braucht. Er verbindet Power, Schnelligkeit und Technik fast perfekt“, schwärmt Bundestrainer Bernhard Peters in höc hsten Tönen von seinem jüngsten Akteur. Neben dem Platz gilt der 42-fache Internationale als einen eher ruhiger Typen, der nur selten ausfallend wird. Wahrscheinlich liegt es auch an seiner umgänglichen Art, dass der Sunnyboy schon seit fast drei Jahren mit der Münchner Jurastudentin Nina (22) ein Paar bildet. Wohnhaft ist der sympathischen Bayer momentan allerdings noch bei seinen Eltern. Bis zum Abitur im nächsten Sommer ist auch keine räumliche Veränderung geplant, was danach kommt, ist noch völlig offen. „Ich weiß noch nicht genau, was und wo ich studieren will. Vielleicht gehe ich auch erst mal ins Ausland“, so Christopher. Ein Jahr in Spanien – wo er auch gerne seine Urlaube verbringt – oder Australien – „ein super reizvolles Land“ - könne er sich gut vorstellen. Offerten ansässiger Hockeyclubs gäbe es sicher reichlich. Seine bislang beeindruckendste (Lebens)Erfahrung hat Christopher aber woanders gemacht. „Das war ganz klar die Einladung mit der Mannschaft in den Palast des Sultans von Malaysia. Ich kam mir vor wie in 1001 Nacht und hätte nie Gedacht, dass ich mal mit von Dienern goldenes Besteck gereicht bekomme“, bekommt er noch heute eine Gänsehaut. Dieses Feeling könnte in Athen wahrscheinlich nur durch einen ganz bestimmten Moment getoppt werden: Wenn Christopher als Gewinner des olympischen Endspiels die Goldmedaille umgehängt bekommt. „Das wäre natürlich das Größte überhaupt. Ich hätte auch nichts dagegen, wieder den entscheidenden Siebenmeter rein zu hauen.“
dha - deutsche hockey agentur
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