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  * Herren * Team-Vorstellung * Angriff * Witthaus, Matthias   Montag, 6. September 2010

M A T T H I A S    W I T T H A U S



Crefelder HTC

Jahrgang 1982

Berufsziel

Sportjournalist

 

Rückennr. 22

 

1996   2.Platz   6-Nationen-Turnier U16 Paris
1997   2.Platz   6-Nationen-Turnier U16 Köln
1998   1.Platz   6-Nationen-Turnier U18 Milton Keynes
1998   1.Platz   9. Junioren-Europameisterschaft Posen
1999   4.Platz   1. European Youth Trophy U18 Belfast
1999   1.Platz   8. Herren-Europameisterschaft Padua
2000   2.Platz   22. Champions Trophys Herren Amstelveen
2000   2.Platz   10. Junioren-Europameisterschaft Madrid
2000   5.Platz   Olympische Spiele Herren Sydney
2001   1.Platz   10. Herren-Hallen-Europameisterschaft Luzern
2001   1.Platz   23. Champions Trophy Herren Rotterdam
2001   3.Platz   7. Junioren-Weltmeisterschaft Hobart
2002   1.Platz   10. Herren-Weltmeisterschaft Kuala Lumpur
2002   2.Platz   24. Champions Trophy Herren Köln
2003   1.Platz   11. Hallen-Europameisterschaft Santander
2003   1.Platz   1. Hallenhockey-Weltmeisterschaft Leipzig
2003   1.Platz   9. Herren-Europameisterschaft Barcelona
2004   3.Platz   Olympische Spiele Athen



 

163 Länderspiele, 58 Tore (Stand: 16.8.2004)


 


Matthias Witthaus - mit Lockerheit zum Erfolg

Beinahe wäre der „untypische Deutsche“ in Barcelona geblieben

Matthias Witthaus ist zwar erst 21 Jahre jung, gehört mit 160 Länderspielen aber trotzdem schon fast zu den alten Hasen im Team von Bernhard Peters. Bereits seit 1999 – in diesem Jahr berief ihn der damalige Bundestrainer Paul Lissek erstmals in den A-Kader – wirbelt der flinke Stürmer vom Crefelder HTC die gegnerischen Abwehrreihen auf allen Kontinenten der Erde durcheinander. Sein Erfolgsgeheimnis: Selbstvertrauen in Kombination mit Lockerheit. „Ich weiß mittlerweile, dass ich mich vor niemandem verstecken muss und immer für eine spielentscheidende Aktion gut bin. Deshalb gehe ich auch wichtige Partien trotz aller Motivation immer relativ entspannt an“, erklärt Witti, wie ihn eigentlich jeder im Team nennt.


Sein sportliches Talent war schon in ganz jungen Jahren zu erkennen, als Matthias zunächst noch Tennis, Fußball und Hockey gleichzeitig ausübte. Nachdem zunächst das runde Leder auf der Strecke blieb, musste sich Witti irgendwann zwischen der Filz- und der Hockeykugel entscheiden. Dass die Wahl letztlich auf den Krummstock fiel, hatte mehrere Gründe. „Hockey brachte zusammen mit den Kumpels in Mülheim einfach mehr Spaß. Außerdem konnte ich Tennis auch noch nebenher in der Freizeit mit Freunden spielen.“
Mit dem HTC Uhlenhorst feierte er schon bald die ersten westdeutschen Meisterschaften, später kamen vier blaue Meisterwimpel dazu. Absoluter Höhepunkt in seiner Jugendlaufbahn war dann der 1. März 1998. An diesem Tag gewannen die drei Witthaus-Brüder Sebastian (Jugend A), Matthias (Jugend B) und Tim (Knaben A) gleichzeitig die deutsche Meisterschaft. „Das bleibt wahrscheinlich ein Rekord für die Ewigkeit. Ich weiß noch genau, wie wir damals alle zusammen im Clubhaus gefeiert haben. Und die DHZ mit uns dreien auf dem Titelbild habe ich bis heute aufgehoben“, erzählt er stolz.
Mittlerweile hat Witti seine Trophäensammlung deutlich erweitert. Er ist vierfacher Europameister (jeweils zwei Mal Feld und Halle), amtierender Weltmeister auf dem Feld und in der Halle und hat ein Mal die Champions-Trophy gewonnen. Dazu kommt ein spanischer Meistertitel mit Atletico Terassa, wo sich der 21-jährige sich ab Oktober des vergangenen Jahres sechs Monate lang auf die olympischen Spiele vorbereitete. „Ich wollte immer auch mal mit einer Clubmannschaft im Herrenbereich einen Titel holen. Deshalb bedeutet mir der Erfolg in Barcelona auch sehr viel“, erklärt Matthias.
Überhaupt hat es ihm die katalanische Metropole angetan. Die lockere Mentalität und Lebensart der Südeuropäer spielte dabei genauso eine Rolle wie das Clubleben bei Atletico. „Ich wurde einfach super aufgenommen und war nebenbei auch noch als Jugendcoach beschäftigt. Da war die Integration natürlich ein Kinderspiel.“ Sein Quartier hatte Witti bei einem Mitspieler und dessen Freundin – optimale Bedingungen, um die auch die Sprache perfekt zu lernen. „Insofern hat mir der Aufenthalt neben den sportlichen Erfahrungswerten auch in meiner persönlichen Entwicklung etwas gebracht“, resümiert Witti.
Beinahe hätte er seinen Aufenthalt sogar verlängert. Die Clubführung war so begeistert von ihrem Gastspieler, dass sie ihm spontan einen Studienplatz anbot, um ihn länger bei Atletico zu behalten. Besonders seine offene, lockere Art kam bei den stolzen Katalanen gut an. „Die meinten, dass sie mich als Deutschen viel ernster und langweiliger erwartet hatten. Sie sagten immer, ich sei der untypischste Deutsche, den sie je kennen gelernt haben“, lacht der Goalgetter. Dass er sich trotz der Offerte zur Rückkehr in die Heimat entschied, hing mit mehreren Faktoren zusammen.
Zum einen an Freundin Milenka (18), mit der er seit drei Jahren ein Paar bildet, zum anderen an seiner Zusage, nach Athen wieder für den Crefelder HTC zu spielen. Vor allem ging es Witti, der ab Oktober an der Universität Köln Sportwissenschaften studieren will, auch um die berufliche Zukunft. „Die sehe ich im Sportjournalismus. Dieses Spezialgebiet kann man in Köln studieren, in Barcelona dagegen nicht. Deshalb hätte es keine Sinn gemacht, noch länger dort zu bleiben.“ Auf die Frage, wie es zu diesem Berufswunsch kommt, fällt dem Sunnyboy eine witzige Anekdote ein: „Ich habe mich als sechsjähriger immer mit einem Freund getroffen und zusammen Fußballspiele kommentiert, die gar nicht real stattfanden. Wir haben das mal auf eine Kassetten aufgenommen. Die habe ich dann nach vielen Jahren wieder gefunden und da war mir klar, dass ich mal Sportreporter werden muss.“
In Athen wird sich Witti aber - wie schon 2000 in Sydney – mehr im Bereich (Sport)Fotographie versuchen. Nachdem ihm damals Schnappschüsse von Sprinterin Merlene Ottey und Basketballstar Steve Nash glückten, will er auch diesmal wieder auf Bilderjagd gehen. „Die Kamera ist immer am Mann. Es gibt kein anderes Event auf dem sich so viele Weltstars tummeln. Deshalb werde ich ständig wie ein Paparazzi auf der Lauer liegen“, kündigt er lachend an. Beim wichtigsten olympischen Schnappschuss will Witti allerdings selbst im Rampenlicht stehen. Am liebsten am Ende mit Gold um den Hals und im Jubelrausch mit den Teamkameraden.
 
dha - deutsche hockey agentur

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