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Bernhard Peters – Erfolgstrainer und Familienmensch
Auch für den 44-jährigen Krefelder die ersten Spiele als Chefcoach
Nach einem großen Hockeyturnier braucht Bernhard Peters die Möglichkeit abzuschalten. Der heute 44-jährige Bundestrainer erlebt die Partien seiner „Jungs“, wie er die Mannschaft in der Regel nennt, sehr intensiv mit. Niemand, der ihn schimpfend, anfeuernd und unglaublich emotional auf der Bank erlebt hat, wird das Bild vom eher wortkargen, ruhigen, besonnenen, also typischen Westfalen aufrecht erhalten können, als der Peters einem als Privatperson bei der ersten Begegnung erscheint.
Genauso emotional, wie er die Spieler auf dem Platz anpeitscht, wird er auch, wenn es darum geht, sie als Persönlichkeiten anzupreisen. „Diese Jungs sind allesamt mit einem unglaublichen Zeitmanagement gesegnet. Sie schaffen es, Ausbildung, Studium oder sogar Beruf mit dem Leistungssport unter einen Hut zu bekommen. Eigentlich müsste jedes Unternehmen Interesse daran haben, sie als Mitarbeiter zu gewinnen, denn sie sind Perfektionisten in Sachen Effizienz und Arbeitsorganisation.“ Vor allem das Wort Amateur hört der in Krefeld lebende Hockey-Dozent überhaupt nicht gern. „Meine Spieler sind eigentlich die wahren Profis, obwohl sie mit ihrem Sport keinen Cent verdienen.“ Als Bernhard Peters die deutschen Hockeyherren Ende 2000 übernahm, hatte die Mannschaft gerade das Olympische Turnier von Sydney hinter sich. Dort war Peters noch Co-Trainer von Paul Lissek und hatte miterleben müssen, wie die Mannschaft sich im letzten Gruppenspiel gegen Großbritannien, als ein Unentschieden schon den Einzug in die Medaillenrunde bedeutet hätte, durch ein 1:2 quasi in letzter Minute um alle olympischen Träume brachte. Peters vertraute auch danach demselben Team, ergänzte das Konzept allerdings um etliche weitere Komponenten. Unter anderem ließ er die Mannschaft deutlich offensiver spielen und er baute den Sportpsychologen Lothar Linz in den „Staff“ mit ein. Die mentale Stärke der Mannschaft macht sich vor allem dann bemerkbar, wenn es eng wird. Kein Team in der Weltspitze gewinnt Spiele so oft in den letzten Minuten und schießt kurz vor Schlusspfiff so viele Tore. Nach Siegen bei der Champions Trophy 2001 in Rotterdam und bei zahlreichen kleineren Turnieren krönte der Krefelder seine langjährige DHB-Trainerkarriere Anfang März 2002 mit dem ersten WM-Titel für die deutsche Herren Nationalmannschaft. Es folgte 2003 der Hallen-Weltmeistertitel in Leipzig und der Gewinn des Europameistertitels in Barcelona, verbunden mit der direkten Qualifikation für Athen. „Natürlich wissen wir, dass wir bei den Spielen die Gejagten sein werden. Doch daran sind wir inzwischen gewöhnt. Jede Mannschaft gibt gegen uns mehr als 100 Prozent, weil wir zurzeit die Nummer eins in der Welt sind“, so Peters. „Doch daraus schöpfen wir auch eine besondere Motivation.“ Der vierfache Vater studierte Sport an der Deutschen Sporthochschule in Köln und trat mit 23 Jahren seinen ersten Job als Sportlicher Leiter beim Crefelder HTC an. Nebenher absolvierte er ein Aufbaustudium an der Trainerakademie, das er als Diplom-Trainer abschloss. Bereits seit 1985 arbeitet Peters als Bundestrainer beim Deutschen Hockey-Bund. Die ersten vier Jahre widmete er sich den Juniorinnen, mit denen er Europa- und Weltmeister wurde. Ende 1989 übernahm er dann das Junioren-Amt von seinem damaligen Vorgänger Paul Lissek, den er dann später auch als Herren-Coach beerbte. Gemeinsam erhielten Peters und Lissek den ersten Josef-Neckermann Preis für erfolgreiche Trainertätigkeiten im Junioren- und Juniorinnenbereich (1989). Wie schon die weibliche U21 Nationalmannschaft, führte Peters auch die Junioren zum Europa- und Weltmeistertitel. Die aktuellen Nationalspieler sind alle durch Peters Schule der Talentförderung gegangen – seit mehr als einem Jahrzehnt arbeitet er mit einem international viel beachteten Konzept der Talentsichtung. Ziel der Arbeit war und ist die Positionierung der deutschen Herren-Nationalmannschaft als erfolgreichste deutsche Ballspielsportart in der internationalen Spitze. Den Ausgleich zum aufreibenden Trainerjob sucht und findet Bernhard Peters bei seiner Familie. Ehefrau Britta, Sohn Jan (11), Tochter Pauline (9), sowie den inzwischen zweijährigen Zwillingen Sophie und Hannah stärken ihm dann den Rücken.
dha - deutsche hockey agentur
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