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  * Herren * Team-Vorstellung * Abwehr * Weß, Timo   Donnerstag, 9. September 2010

T I M O    W E S S



Uhlenhorst

Mülheim

Jahrgang 1982

Berufsziel

Unternehmer

 

Rückennr. 17

 

1997   2.Platz   6-Nationen-Turnier U16 Köln
1998   1.Platz   6-Nationen-Turnier U16 Milton Keynes
1999   4.Platz   1. European Youth Trophy U18 in Belfast
2000   2.Platz   10. Junioren-Europameisterschaft Madrid
2001   1.Platz   23. Champions Trophy Herren Rotterdam
2001   3.Platz   7. Junioren-Weltmeisterschaft Hobart
2002   1.Platz   10. Herren-Weltmeisterschaft Kuala Lumpur
2002   2.Platz   24. Champions Trophy Herren Köln
2003   1.Platz   9. Herren-Europameisterschaft Barcelona
2004   3.Platz   Olympische Spiele Athen


109 Länderspiele, 12 Tore (Stand: 16.8.2004)


 

Timo Weß – Kapitän der Zukunft?

Beinahe wäre aus ihm der neue „Icke“ Häßler geworden

Rückblick. Es ist der 26. Februar 2001. Das Hockey-Stadion in Bombay ist voll besetzt, als Rekord-Olympiasieger Indien gegen die deutsche Mannschaft antritt. Auf der rechten Abwehrseite feiert ein junger Mann sein Debüt im Nationaltrikot, den viele Zuschauer aufgrund seiner schmächtigen Statur zunächst noch belächeln. Doch spätestens nach acht Minuten ist damit Schluss. Timo Weß, damals gerade 18, setzt zu einem seiner mittlerweile weltweit gefürchteten Schlenzpässe an. Er findet Oliver Domke, der den Ball annimmt und unhaltbar zur deutschen Führung verwandelt. Die Partie vor dreieinhalb Jahren war das erste von bislang knapp über 100 Länderspielen des gebürtigen Moersers.


Doch beinahe hätte es den Hockeyspieler Timo Weß gar nicht gegeben. Zwischen dem 12. und 13. Lebensjahr hatte Timo, der zunächst Hockey und Fußball parallel ausübte, dem Krummstock ade gesagt. Er schaffte es als Kicker schnell bis in die Niederrhein-Auswahl. Dort zog er im Mittelfeld ähnlich geschickt die Fäden, wie er es heute aus der Abwehr der Nationalmannschaft tut. Alles lief darauf hinaus, dass Timo seinem großen Vorbild „Icke“ Häßler nacheifern würde. Doch dann ging alles ganz schnell. „Meine alten Moerser Hockeykumpels hatten Personalprobleme und fragten an, ob ich nicht mal wieder für ein Spiel aushelfen könnte. Wir gewannen 3:2 und ich habe alle Tore gemacht. Das hat mich so motiviert, dass ich sofort zum Hockey zurück gekehrt bin“, erinnert sich Timo schmunzelnd.


Bereut hat er es nie. Mittlerweile ist er amtierender Welt- und Europameister. Und in Athen soll olympisches Edelmetall hinzu kommen. „Ich glaube nicht, dass ich es im Fußball soweit gebracht hätte. Erstens wäre es für mich persönlich sehr schwer geworden, über-haupt in die Bundesliga zu kommen. Und zweitens ist die Fußball-Nationalmann-schaft zur Zeit sicher nicht gerade eine Garantie für große internationale Erfolge“, spielt Timo auf die Europameisterschaft in Portugal an.


„Wesa“, wie ihn die Kollegen nennen, gilt als aufgeschlossen, fleißig und zuverlässig. Bundestrainer Bernhard Peters schätzt "seine für sein Alter ausgereifte Persönlichkeit, sein Denken, seine ruhige Spielweise und sein konsequentes Handeln." Ganz ohne Schwäche ist aber auch Timo Weß nicht: „Leider bin ich manchmal zu hitzköpfig auf dem Platz. Ich kann halt einfach nicht verlieren.“ Ruhiger geht es da schon außerhalb des Spielfelds zu. Mit Freundin Nele ist er seit zweieinhalb Jahren fest liiert, vor gut einem Jahr sind sie in Köln in eine gemeinsame Wohnung gezogen. Dort studiert Timo im dritten Semester BWL und fällt dort - wenn überhaupt - nur durch seine extrem zurück gegelten Haare auf. Etwas im Bereich Unternehmens-beratung könnte er sich nach der Hockeykarriere gut als Job vorstellen. Der 22-jährige weiß auch schon ziemlich genau, wann dass sein wird. „Ich will noch bis Peking 2008 für Deutschland spielen. Danach ist sehr wahrscheinlich Schluss“, plant Timo noch vier Jahre im Nationaltrikot. Nicht wenige sehen in ihm auch den kommenden Kapitän, wenn Florian Kunz nach Athen seinen Schläger an den Nagel hängt. Bereits als 17-jähriger wurde ihm diese Ehre im C-Kader zuteil, auch damals als einer der jüngsten im Team. Timo selbst sieht sich eher als Außenseiter auf die Binde. „Ich denke, dass wird der Hupe (Philipp Crone) übernehmen. Er hat schon ein paar Jährchen mehr Erfahrung als ich und wäre die ideale Besetzung“, gibt sich der Mülheimer bescheiden. Ablehnen würde er das Amt aber sicher nicht. „Wenn Bernhard Peters mich aber fragen sollte, würde ich es sofort machen. Es wäre eine riesige Ehre für mich.“ Auch in Mülheim, wohin Timo im Sommer nach einem Jahr „Pause“ in Crefeld zurück kehren wird, ist er Mannschaftsführer. Er soll die junge Truppe zum Klassenerhalt führen und mithelfen, eine neue Ära des Traditionsclubs einzuleiten. Auch sein kleiner Bruder Benny gehört ab dieser Saison mit zum Team. „Unser Herz hängt sehr an diesem Verein. Wir wollen mit Uhlenhorst schon bald wieder an die erfolgreichen 80er und 90er anknüpfen“, hat Timo auch auf Clubebene ehrgeizige Ziele.

Dass unter der zeitaufwendige Hockeybelastung häufig die Hobbies leiden, nimmt er in Kauf. Der begeisterte Ski- und Skateboardfahrer will seinen Passionen aber spätestens nach 2008 wieder intensiver nachgehen. „Bis dahin stehen Nationalmannschaft und Studium im Vordergrund“, setzt Weß klare Prioritäten. Einen großen Traum möchte sich Timo in den nächsten Jahren aber auf jeden Fall verwirklichen: Mindestens ein Semester in Südafrika zu absolvieren. „Diese wunderbare Natur und der lockere Lebensstil haben mich schon immer fasziniert. Irgendwann muss ich da einfach mal ein halbes Jahr leben.“ Am liebsten natürlich als amtierender Olympiasieger.

dha - deutsche hockey agentur

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