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  * Herren * Team-Vorstellung * Abwehr * Kunz, Florian   Montag, 6. September 2010

F L O R I A N    K U N Z



Gladbacher HTC

Jahrgang 1972

Projektentwickler

 

Rückennr. 15

 

1992   3.Platz   7. Junioren-Europameisterschaft Vught
1993   1.Platz   5. Junioren-Weltmeisterschaft Terrassa
1994   2.Platz   16. Champions Trophys Herren Lahore
1995   1.Platz   7. Herren-Europameisterschaft Dublin
1995   1.Platz   17. Champions Trophys Herren Berlin
1999   1.Platz   8. Herren-Europameisterschaft Padua
2000   2.Platz   22. Champions Trophy Herren Amstelveen
2000   5.Platz   Olympische Spiele Herren Sydney
2001   1.Platz   10. Herren-Hallen-Europameisterschaft Luzern
2001   1.Platz   23. Champions Trophy Herren Rotterdam
2002   1.Platz   10. Herren-Weltmeisterschaft Kuala Lumpur
2002   2.Platz   24. Champions Trophy Herren Köln
2003   1.Platz   1. Hallenhockey-Weltmeisterschaft Leipzig
2003   1.Platz   9. Herren-Europameisterschaft Barcelona
2004   3.Platz   Olympische Spiele Athen


 

221 Länderspiele, 80 Tore (Stand: 16.8.2004)



www.kunz-kunz.de


 

Florian Kunz - nächstes „Großereignis“ ist das Baby im Januar 2005

Der Kapitän und Bauunternehmer lässt das Karriereende noch offen

Florian Kunz Geburtsdatum ist markant: 22.2.72. Die Zwei sollten für den Zwei-Meter-Mann aus Leverkusen jedoch in seinem Sport nicht immer die bestimmende Zahl bleiben. Mit der Amtsübernahme von Bundestrainer Bernhard Peters löste sie die Eins ab. Erster bei der Weltmeisterschaft 2002 im Feld, bei der Hallen-WM 2003 in Leipzig, bei Hallen- und bei Feld-Europameisterschaft. Es gibt nur ein großes internationales Turnier, dass „Flocke“ – so der Spitzname des deutschen Innenverteidigers – noch nicht gewonnen hat: die Olympischen Spiele.

 

Florian Kunz ist mit seinen 2,01 Metern nicht nur der Längste im deutschen WM-Team, sondern auch die unumstrittene Integrationsfigur. Das Abwehr-Ass vom Bundesligisten Gladbacher HTC feierte vor der gewonnenen Europameisterschaft 1999 ein Comeback im deutschen Nationalteam – und ist seitdem aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken. Deutlich über 200 Länderspiele hat er inzwischen im Nationaltrikot gemacht.

Als erster deutscher Hockeyspieler wurde Florian am Rande der Weltmeisterschaft in Malaysia vom Welt-Hockeyverband als „Player of the Year 2001“, also als Welt-Hockeyspieler ausgezeichnet. Das ist deshalb so eine Besonderheit, weil diese Ehrungen zuvor nur Spielmachern und Top-Stürmern verliehen wurde, aber noch nie einem Innenverteidiger.

 

Dabei ist „Floh“ eine eher ungewöhnliche Erscheinung im Hockey. Mit seinen 2,01 Meter hat er in einem Sport, in dem man über weite Stecken gebeugt am Schläger durch die Gegend läuft, nicht gerade die Idealfigur. Ahmad Nadeem seinen Gladbacher Mannschaftskameraden und Kapitän der pakistanischen Nationalmannschaft überragt er fast um zwei Haupteslängen.

 

Als Libero organisiert der inzwischen 32-Jährige die deutsche Hintermannschaft – seine Anweisungen sind unüberhörbar. Gleichzeitig ist der Kapitän auch eine der wichtigsten Figuren im Spiel nach vorn. Die langen Pässe und Schlenzer des beim RTHC Leverkusen groß gewordenen Innenverteidigers setzen immer wieder den Sturm gut in Szene. Außerdem gilt Kunz als einer der besten Strafeckenschützen weltweit.

„Flocke“ ist eines der besten Beispiele, um aufzuzeigen, aus welchen idealistischen Multitalenten die Hockey-Nationalmannschaft zusammengesetzt ist. Sein Geld verdient er nämlich als selbstständiger Immobilienmakler. Gemeinsam mit seinem Bruder betreibt Florian das Unternehmen KUNZ & KUNZ Immobilien Dienstleistungen GmbH, das im Raum Köln, Leverkusen und Düsseldorf tätig ist.

Neben der reinen Vermarktungstätigkeit, wie Verkauf und Vermietung von Immobilienobjekten, gehört die Sanierung von Altbauprojekten und deren anschließende Veräußerung zu den Geschäftsbereichen des Unternehmens. „Wir sind kein Bauunternehmen, sondern erwerben, sanieren und verkaufen“, erklärt Florian. Wegen der Olympiapläne des Chefs gibt es im Unternehmen derzeit eine Urlaubssperre. „Nach Athen sollen auch mein Bruder und unsere Angestellten mal wieder Urlaub machen können“, so Kunz.“

 

Über seine eigene Hockeykarriere hat sich Florian zwar schon Gedanken gemacht, den „hundertprozentigen Rücktritt“ gibt er allerdings noch nicht bekannt. „Ich habe schon nach Sydney gesagt, dass ich aufhören werde. Man weiß nie, was kommt. Deshalb sage ich diesmal nicht, dass ich definitiv nie wieder im Nationaldress spiele.“ Allerdings stehen die nächsten beiden Großereignisse für den „Langen“ schon fest. Im Januar erwartet Ehefrau Julia das erste Kind.

Auch für die Weltmeisterschaft 2006 in „seiner Stadt“ Mönchengladbach will sich Kunz einsetzen. „Ich bin eng mit Michael Hilgers befreundet, der da ja ganz stark engagiert ist. Eine WM im eigenen Land ist ein annähernd gleichwertig emotionales Event wie Olympische Spiele. Den Jüngeren in unserer Mannschaft habe ich schon angekündigt, dass ich auf der Tribüne sitze und erzählen werde, dass wir früher viel besser gespielt haben“, sagt Kunz mit einem Grinsen. Wie er sich weiter für die WM engagiert, wird auch von der Zeit abhängen, die Familie und Beruf ihm dann noch lassen.

Zurzeit ist allerdings die ganze Konzentration und Kraft auf Athen gerichtet. Dafür trainiert der gefürchtete Strafeckenschütze in Sonderschichten mit dem Bundestrainer. Morgens um 6.45 Uhr trafen sich Peters, Kunz und Ersatztorhüter Christian Schulte regelmäßig zum Konditions- und Eckentraining in Krefeld. „Das bedeutete für mich, um 5.30 Uhr Aufstehen“, erzählt der neben dem Hamburger Dr. Michael Green zurzeit wohl populärste deutsche Hockeyspieler.

 Unterstützung erhält der Abwehrrecke zu Hause von Ehefrau Julia. Beide heirateten im letzten Jahr „zwischen zwei Hockeyterminen“. Die Hochzeitsreise erhielt damals eine ungewollte Verlängerung durch eine Verletzung im Sprinttraining, doch für die Europameisterschaft in Barcelona war der Kapitän wieder rechtzeitig fit. Als langjährige Kapitänin der Gladbacher Bundesliga- Damen hat Julia besonderes Verständnis für die Hockey-Leidenschaft ihres Mannes.

Der Bundestrainer weiß, was er an seinem Mannschaftsführer hat. Bei der Weltmeisterschaft 2002 riss dieser mit seinem Treffer zum 1:1 das Ruder im Finale gegen Australien rum, das Deutschland schließlich mit 2:1 gewann. Bei der Hallen-Weltmeisterschaft im Februar in Leipzig stand die Teilnahme von Kunz lange in Frage, weil sein Bruder im Krankenhaus wegen einer schweren Lungenentzündung mit dem Tode rang. Auch da wartete Peters bis zuletzt. Als sich die Situation im Krankenhaus stabilisiert hatte, fuhr Kunz nach Leipzig und führte das Team auch dort zum Titelgewinn.  

dha - deutsche hockey agentur

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