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  * Herren * Team-Vorstellung * Tor * Schulte, Christian   Donnerstag, 9. September 2010

C H R I S T I A N    S C H U L T E



Crefelder HTC

Jahrgang 1975

Dipl.-Kaufmann

 

Rückennr. 2

 

1996   2.Platz   8. Junioren-Europameisterschaft Vejle
1997   1.Platz   8. Herren-Hallen-Europameisterschaft Lievin
1999   1.Platz   9. Herren-Hallen-Europameisterschaft Slagelse
2001   1.Platz   23. Champions Trophy Herren Rotterdam
2002   1.Platz   10. Herren-Weltmeisterschaft Kuala Lumpur
2002   2.Platz   24. Champions Trophy Herren Köln
2003   1.Platz   11. Hallen-Europameisterschaft Santander
2003   1.Platz   1. Hallenhockey-Weltmeisterschaft Leipzig
2003   6.Platz   25. Champions Trophy Herren Amsterdam
2003   1.Platz   9. Herren-Europameisterschaft Barcelona
2004   3.Platz   Olympische Spiele Athen

57 Länderspiele, 0 Tore (Stand: 31.7.2004)


 


Christian Schulte – der Mann für besondere Aufgaben

Als Nummer zwei schon häufig Matchwinner -auch in Athen?

Wenn man Christian Schulte nach seinen persönlichen Erwartungen an das olympische Hockeyturnier fragt, reagiert er ausweichend. „Ich wünsche mir, dass wir als Team unser großes Ziel, einen Medaillengewinn, erreichen.“ Die Nummer zwei im deutschen Tor stellt seine eigenen Wünsche bewusst in den Hintergrund. Keine lauten Forderungen, kein Gemecker. Schulte kennt seine Rolle hinter Clemens Arnold ganz genau. Er ist „nur“ der Mann für besondere Aufgaben. Der 28-jährige gilt als einer der besten Siebenmetertöter der Welt, hat Deutschland letztes Jahr mit seinen Reflexen zum Europameister gemacht.

Deshalb will er sich in Griechenland auch nicht gänzlich mit der Rolle des Bankdrückers anfreunden. „Ich habe schon oft bewiesen, dass sich die Mannschaft auf mich verlassen kann, wenn ich reinkomme. Ein paar Minuten sollten in Athen daher schon drin sein – und zwar nicht nur, wenn es zum Siebenmeter-Shoutout kommt“, hofft der Krefelder zumindest auf einen Kurzeinsatz.  Aber selbst wenn es nicht klappen sollte, wird Christian Schulte seine Rolle auf der deutschen Bank genauso engagiert ausfüllen wie immer. Er lebt jedes Spiel mit, feuert an oder beruhigt in wichtigen Momenten. Und vor allem berät er Bundestrainer Bernhard Peters während der Partie bei der Eckenabwehr. „Das hat sich mittlerweile ganz gut eingespielt. So trage ich immer meinen kleinen Teil zum Erfolg bei, auch wenn ich nicht selbst im Tor stehe“, versucht Christian das Beste aus seiner Rolle zu machen.

Dass „Schüti“, wie ihn die Kollegen nennen, es überhaupt bis in die Belle Etage des Ho-ckeysports geschafft hat, verdankt er einem glücklichen Zufall. Der gebürtige Neusser war bis zum 12. Lebensjahr Fußballtorwart. Als aber eines Tages in seiner Klasse am Quirinus-Gymnasium – in der sich gleich 13 Hockeyspieler von Schwarz-Weiß tummelten – der Hockeykeeper wegen eines Bandscheibenvorfalls ausfiel, überredete ihn sein Kumpel Martin Eimer (der Bruder des aktuellen Nationalspielers Christoph) zum Wechsel ins kleinere Gehäuse.
Christian hielt prompt so überzeugend, dass er schon bald darauf in die Auswahl des Westdeutschen Hockey-Verbandes berufen wurde. Mit 16 folgte er dem Ruf von WHV-Trainer Dietmar Alf und wechselte zum damals besten Jugendteam der Region nach Krefeld. Dort holte er mit der A-Jugend den deutschen Meistertitel und schaffte den Sprung ins deutsche U18-Team. Mittlerweile ist der studierte BWLer 28 Jahre alt, hat 56 Mal das Tor der deutschen A-Nationalmannschaft gehütet und beinahe alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt.
Zwei Hallen-Europameisterschaften, die Hallenweltmeisterschaft, dazu ein Mal die Champions Trophy. Außerdem darf er sich auf dem Feld amtierender Welt- und Europameister nennen. „Insofern hat sich der Wechsel zum Hockey definitiv gelohnt. Sonst würde ich heute wahrscheinlich gegen Grimlinghausen kicken, nun bin ich in der ganzen Welt dabei - auch wenn es oft nur auf der Bank ist“, resümiert Christian.
Seinen Unterhalt hat er sich parallel zu Studium und Hockey bis zum letzten Jahr durch die Mitarbeit im elterlichen Hotelbetrieb verdient. Diese Tätigkeit im Dienstleistungsbereich merkt man Christian noch heute bei vielen Gelegenheiten an. Der leichte Umgang mit Menschen und die Fähigkeit, sie schnell für sich zu gewinnen, sind charakteristisch für den sympathischen Lockenkopf.
Über den Erfolg im Sport arrangierte sich Christian im vergangenen Herbst auch ein fünfmonatiges Praktikum in der Marketing-Abteilung des berühmten FC Barcelona. Mit der Vereinsführung war bereits alles in trockenen Tüchern, als ihn kurz vor der Abreise die Hiobsbotschaft erreichte. Seine direkten Ansprechpartner wurden abgewählt, Schultes Platz gestrichen. „So war erst mal zwei Monate nur Sprache lernen angesagt. Zum Glück konnte ich dann wenigstens noch in der Niederlassung meines jetzigen Arbeitgebers mithelfen, weil ich dort schon vor meiner Abreise für den 1.April 2004 unterschrieben hatte“, erinnert sich der Keeper zurück.

 

Sein Geldgeber ist die renommierte Unternehmensberatung „Mercuri International“, die andere Firmen in den Bereichen Vertrieb und Marketing betreut. Ein Full Time Job, in dem der - neben Philipp Crone - einzige Single im deutschen Team voll aufgeht. „Eine hochinteressante Aufgabe mit viel Abwechslung. Ich bin sehr zufrieden und sehe meine berufliche Zukunft hier bei Mercuri in Deutschland", schaut Christian schon ein paar Jahre voraus. Aus seiner "neuen Liebe" Barcelona macht er trotzdem kein Hehl. "Wenn es die Zeit zulässt, werde ich dort immer wieder meine Freunde besuchen. Außerdem hoffe ich, dass wir auch noch mal das eine oder andere Länderspiel in dieser Traumstadt absolvieren."

Fraglich ist allerdings, ob ihn die spanischen Hockeyfans dann mit offenen Armen empfangen. Denn Schulte verhinderte im letzten September mit zwei gehaltenen Siebenmetern beim EM-Finale in Barcelona den Titelgewinn der Gastgeber. Und das mit einem simplen Erfolgsrezept: „Man muss nur Instinkt mit Logik verbinden. Dann fischt man immer einen oder zwei raus“, grinst Schulte. In Athen könne er aber auch gut auf diesen Nervenkitzel verzichten. „Mir wäre lieber, Clemens hält im Finale in der regulären Spielzeit alles. Aber wenn wir tatsächlich ins Penalty-Schießen müssen, können sich die Jungs darauf verlassen, dass ich ihnen die Goldmedaille sichere.


dha - deutsche hockey agentur

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