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  * Damen * Team-Vorstellung * Abwehr * Rodewald, Marion   Montag, 6. September 2010

M A R I O N    R O D E W A L D



Rot-Weiß Köln

Jahrgang 1976

Studentin

 

Rückennr. 13

 

 

1996   2.Platz   8. Hallen-Europameisterschaft Glasgow
1996   1.Platz   8. U21-Europameisterschaft Cardiff
1997   2.Platz   Champions Trophy Damen Berlin
1997   4.Platz   3. U21-Weltmeisterschaft Seoul
1998   3.Platz   9. Weltmeisterschaft Utrecht
1999   3.Platz   Champions Trophy Brisbane
1999   2.Platz   5. Europameisterschaft Köln
2000   3.Platz   Olympic Qualifier Milton Keynes
2000   2.Platz   Champions Trophy Amstelveen
2000   7.Platz   Olympische Spiele Sydney
2002   7.Platz   10. Weltmeisterschaft Perth
2003   1.Platz   Champions Challenge Catania
2003   3.Platz   6. Europameisterschaft Barcelona
2004   4.Platz   Olympic Qualifier Auckland

2004   1.Platz   Olympische Spiele Athen


174 Länderspiele, 4 Tore (Stand: 31.7.04) 

www.marionrodewald.de


 

Marion Rodewald – Kapitänin und Konditionswunder

Ob Tour de France oder Inline-Marathon: Die Kölnerin ist auch auf Rädern top

Marion Rodewald hat in zweifacher Hinsicht Vorbildfunktion im deutschen Nationalteam. Als Kapitänin ist sie seit einem Jahr Integrationsfigur, wurde bei der siegreich abgeschlossenen Champions Challenge, damals noch unter Markus Weises Vorgänger Peter Lemmen, in dieses verantwortungsvolle Amt eingesetzt. Vor allem aber hinsichtlich Kampfgeist und Ausdauer ist die 27-Jährige kaum zu übertreffen. Die Wahl-Kölnerin ist bis in die letzte Körperfaser austrainiert, ein Umstand, den sie ihrer zweiten Leidenschaft neben dem Krummstocksport zu verdanken hat, dem Radsport.


Mit ihrem Lebensgefährten, dem Kölner Sporthochschul-Dozenten Dr. Achim Schmidt, bewältigt Marion fast jede freie Minute auf dem Fahrrad. Im Urlaub sind die teuren Rennmaschinen stets mit dabei, beziehungsweise sind das Fortbewegungsmittel der Wahl. Beide nehmen sich Touren vor, wie etwa von Köln nach Südfrankreich. Das Highlight ihrer Karriere auf dem Zweirad – im Sommer ist das Rennrad, im Winter das Mountainbike ihr bevorzugtes Trainingsgerät – war die Teilnahme an der Jedermann-Etappe der Tour de France im Jahr 2003.
200 Kilometer durch die Berge haben selbst die ausdauerstarke Nationalspielerin mehrfach an die Grenzen geführt, doch sie biss sich durch. „Für mich eine der beeindruckendsten Erfahrungen, die ich als Sportlerin gemacht habe“, so Rodewald.
Wie fit sie ist, bewies Marion am ersten Bundesliga-Spieltag 2004, als sie erst in Hamburg an der Inline-Konkurrenz des Hansaplast-Marathons teilnahm und dann im Anschluss am selben Tag noch mit ihren Bundesliga-Damen beim Club an der Alster gewann. Allerdings fragte sie ihren Trainer Wolfgang Kluth, der auch im Nationalteam zum Trainerstab gehört, lieber erst nach der Partie, ob er mit ihrer Leistung zufrieden war, dann „beichtete“ sie den sportlichen Ausflug am Vormittag. „Ich glaube, er hat seitdem Angst, dass das zur Gewohnheit wird“, sagt sie mit einem Grinsen. Derartige Aktionen haben ihr in Hockeykreisen übrigens den Spitznamen „Duracell“ eingebracht.
„Ich lasse das noch völlig offen“, sagt Marion, wenn sie auf die Fortsetzung ihrer Karriere nach Athen angesprochen wird. „Für mich muss erkennbar sein, dass die Kluft zwischen uns und den Top-Nationen nun tatsächlich kleiner geworden ist. Ich habe schon das Gefühl, dass sich da etwas getan hat, und die letzten Ergebnisse zeigen das ja auch, aber wichtig ist, wie es bei einem so großen Turnier wie Olympia aussieht. Ich denke, wir sind auch dem richtigen Weg, aber es gehört auch eine große Portion Glück dazu.“ Marion hat sich im letzten Herbst gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten ein Haus in Frechen-Königsdorf, im Westen von Köln, gekauft. Für die fälligen Restaurierungsarbeiten hat sie den Abschluss ihrer Diplomarbeit auf nach Athen verschoben. „Es war eine einmalige Gelegenheit. Ich habe allerdings drei Monate lang intensiv die Baustelle betreuen müssen.“ Dafür ist das Gefühl, etwas „Eigenes“ zu besitzen – und das in direkter Waldnähe und nur 10 Kilometer (also in Rad-Entfernung) von Marions Club Rot-Weiss Köln entfernt – die Belohnung.
Reisen, ein weiteres Hobby der Tochter einer Französin und eines Deutschen, wird Marion auch weiter. Schließlich ist die Familie über ganz Europa verteilt. Der Weg zu Vater Siegfried ist noch der kürzeste, denn der wohnt heute in Essen. Mutter Danielle lebt, neu verheiratet, in Irland. Aber auch den Großeltern und den anderen Verwandten in Paris stattet die Marion gern mal einen Besuch ab.
„Mein Herz schlägt auch für Frankreich, vor allem für die Kultur und Sprache“, sagt die zweisprachig aufgewachsene Studentin, die zudem auch noch Englisch und Spanisch spricht. Mit 16 Jahren hatte sie vom französischen Hockey-Verband das Angebot international zu spielen, lehnte damals aber aufgrund der besseren Perspektiven in Deutschland ab. Den Kontakt mit der Sportart bekam sie über ihren zwei Jahre älteren Bruder Robert, der in der Heimatstadt Mülheim an der Ruhr beim Kahlenberger HTC spielte.
In Ermangelung weiblicher Mitspieler wechselte Marion aber schon bald zum Lokalrivalen Uhlenhorst Mülheim, wo sie 1990 sogar Deutscher Jugendmeister (Mädchen A) wurde. Mit 16 spielte sie bereits als rechter Stürmer 1. Damen, ein Jahr später der Wechsel zum Club Raffelberg nach Duisburg, wo die Nationalspielerin bis zum Beginn der Feldhockeysaison 2003/2004 spielte. Seitdem gehört sie zum Kader des deutschen Vizemeisters Rot-Weiss Köln.
Ihren Start im Damenkader hatte Marion 1997, als sie für Tanja Dickenscheid ganz unverhofft mit zu einem Lehrgang nach Perth fliegen durfte. Im selben Jahr war sie bei der Champions Trophy in Berlin – als „Küken“, wie sie selbst sagt – schon dabei, doch der absolute Durchbruch auf der linken Defensivposition kam mit der Weltmeisterschaft 1998 in Utrecht. Seit der Europameisterschaft 2003 ist Marion gemeinsam mit Mandy Haase in der deutschen Innenverteidigung eine Bank.
Nach Athen steht für die Sportstudentin mit Schwerpunkt Rehabilitation und Prävention die Beendigung ihrer Diplom-Arbeit an. Das Thema ist extrem spannend. Es geht um Krebsnachsorge. Die Studie in deren Rahmen Marion ihre Arbeit schreiben kann, beschäftigt sich mit der Frage, ob und wie dosiertes Training auf dem Ergometer die Rehabilitation von Prostata- und Hodenkrebspatienten beeinflusst. Natürlich hätte sie auch ein Thema aus dem Hockeysport wählen können, doch der Wunsch, den Kopf mal frei vom Leistungssport zu bekommen, ließ sie diesen ungewöhnlichen, aber interessanten Weg gehen. Wie es beruflich nach dem Studium weitergehen soll, steht für sie noch nicht fest. Ausprobiert hat sie sich schon in verschiedenen Bereichen. So nahm sie 2002 eine halbe Stelle bei ihrem damaligen Bundesliga-Verein Club Raffelberg in Duisburg an. Für das von der Sportstiftung Nordrhein-Westfalen geförderte Projekt „Talentzentrum“ sollte sie junge Talente der Region Ruhr an den Leistungssport heranführen.
Aber auch der Bereich Journalismus ist für die vielseitige „Marly“, wie das am 24. Dezember geborene „Christkind“ in Hockeykreisen gerufen wird, sehr interessant. Für das Magazin „RADtouren“ schreibt die vielseitig begabte Nationalspielerin schon seit einiger Zeit über Fahrrad-Trips. „Der Bereich macht mir ebenfalls viel Spaß.“ Ein Artikel in der Bild der Frau über ihre Erfahrungen als Gast der Tour de France war der bisherige Höhepunkt dieser sicher ebenfalls ausbaufähigen Karriere.

dha - deutsche hockey agentur

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