|
Alle 16 Spieler für Athen sind benannt
Sascha Reinelt bekam das letzte Ticket nach dem 4-Nationen-Turnier in Düsseldorf
18.7.2004 (dha) - Herren-Bundestrainer Bernhard Peters hatte bereits 13 von 16 Kaderplätzen für das olympische Hockeyturnier in Athen fest vergeben. Am 5.7.2004 kamen zwei weitere Nominierungen hinzu. Eike Duckwitz (Uhlenhorster HC Hamburg) wird in der Verteidigung statt Dr. Michael Green (Harvestehuder THC Hamburg) mit nach Athen fliegen. Im Mittelfeld zog Peters Justus Scharowsky (Münchner SC) dem Hamburg Max Landshut (Der Club an der Alster) vor. Am 18.7.2004, unmittelbar nach dem Gewinn des 4-Nationen-Turniers in Düsseldorf, teilte der Bundestrainer dem Stuttgarter Stürmer Sascha Reinelt seine Beteiligung mit und entschied sich damit gegen Christian Wein (Real Club de Polo Barcelona). „Die Entscheidung zwischen Eike Duckwitz und Michael Green ist wahnsinnig eng gewesen. Eike hat sich im letzten Dreivierteljahr unglaublich entwickelt – und ich bin mir sicher, dass diese Entwicklung noch nicht zu Ende ist. Ich erwarte von ihm viel bei Olympia. Er ist zurzeit einfach einen Tick besser als Michael Green, vor allem im Spiel nach vorn. Michael kann in meiner Einschätzung zurzeit nicht die 100 Prozent bringen, vergleicht man es mit der Leistungsfähigkeit vor zwei Jahren bei der WM in Malaysia“, kommentierte der Bundestrainer die Entscheidung. Auch für ihn war es eine mit vielen Emotionen verbundene Entscheidung. „Ich habe mit Michael in 15 Jahren gemeinsam fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Deswegen ist mir das menschlich unglaublich schwer gefallen. Aber das wäre es mir bei Eike auch, denn er ist schon so oft als 17. oder 19. Spieler vor großen Turnieren rausgefallen. Deshalb durfte das hier auch keine Rolle spielen. Der sportliche Aspekt vor Olympia hat den Ausschlag gegeben.“ Auch bei der Entscheidung zwischen Justus Scharowsky und Max Landshut sprach Peters von einem engen Rennen. „Allerdings nicht ganz so eng wie zwischen Eike und Michael“, so Peters. „Justus ist im gegnerischen Kreis deutlich kreativer und gefährlicher. Max hatte das Pech, dass er auch durch ein paar kleine Krankheiten und Verletzungen im Vorfeld zurzeit nicht in absoluter Topform sein kann.“
In der Angriffsformation war es eine Entscheidung zwischen zwei amtierenden Weltmeistern. „Den Ausschlag hat gegeben, dass wir für Athen verschiedenartige Spielertypen im Sturm brauchen. Wir haben mit Witthaus, Zeller und Bechmann drei Stürmer, die ihre Stärken klar in der Offensive haben“, so Peters. „Sascha Reinelt ist durch seine läuferische Stärke unheimlich wichtig für die Arbeit nach hinten und für das schnelle Kombinationsspiel. Christian Wein hat hier auch ein gutes Turnier gespielt, aber nicht so herausragend, dass er Sascha da verdrängt hätte.“
Folgende Spieler haben ihren Startplatz für Athen dementsprechend sicher: Tor
- Clemens Arnold (Dürkheimer HC)
- Christian Schulte (Crefelder HTC)
Abwehr
- Timo Weß (HTC Uhlenhorst Mülheim)
- Florian Kunz (Gladbacher HTC)
- Philipp Crone (RW München)
- Björn Emmerling (HTC Stuttgarter Kickers)
- Eike Duckwitz (Uhlenhorster HC Hamburg)
Mittelfeld
- Tibor Weißenborn (Berliner HC)
- Christoph Eimer (Münchner SC)
- Sebastian Biederlack (Der Club an der Alster Hamburg)
- Justus Scharowsky (Münchner SC)
Angriff
- Christopher Zeller (Münchner SC)
- Matthias Witthaus (Crefelder HTC)
- Christoph Bechmann (Der Club an der Alster Hamburg)
- Björn Michel (Münchner SC)
- Sascha Reinelt (HTC Stuttgarter Kickers)
|
|
Welt- und Europameister Deutschland
Ziel ist das Olympische Halbfinale in Athen und eine Medaille
|
dha - Deutschlands Hockeyherren haben in den letzten Jahren alle internationalen Titel gewonnen. Sie wurden unter Bundestrainer Bernhard Peters Weltmeister und Europameister im Feldhockey, Weltmeister und Europameister im Hallenhockey und gewannen die Champions Trophy 2001. Deshalb ist der Erwartungsdruck vor den Olympischen Spielen sehr groß. Die Mannschaft, in der noch gut ein Dutzend Spieler stehen, die in Sydney 2000 auf Platz fünf landeten, hat sich für Athen ein klares Ziel gesteckt. Sie will ins Olympische Halbfinale, um am Ende um die Medaillen mitspielen zu können.
Durch den Sieg bei der Europameisterschaft 2003 in Barcelona qualifizierte sich Deutschland direkt für die Olympischen Spiele und musste daher nicht beim Qualifikationsturnier im Frühjahr in Madrid antreten. Der Bundestrainer zog statt dessen einen exakt ausgeklügelten Vorbereitungsplan durch, der schon im Winter mit individuellen Trainingsplänen begann und durch zahlreiche Lehrgänge und Test-Länderspiele auf das eine Ziel ausgelegt war: In Athen Physisch und psychisch auf dem absoluten Leistungshöhepunkt zu sein. 26 Spieler hatte Bernhard Peters zu Beginn in den erweiterten Olympiakader berufen. Anfang Juni hatte er zum ersten Mal einen Einschnitt gemacht und den Kader auf 21 Kandidaten reduziert. Am 13. Juli werden schließlich die 16 Spieler nominiert, die die im Vergleich zu Welt- und Europameisterschaften um zwei Plätze reduzierte deutsche Olympiamannschaft besetzen. Zurzeit stehen noch 15 Spieler der Weltmeister-Mannschaft von 2002 und 17 Akteure des Teams, das vor Jahresfrist Europameister wurde, im Olympiakader. Eine sehr erfahrene Mannschaft also, auf die der Bundestrainer für Olympia 2004 setzt. Allerdings wird das Team für die Europameisterschaften 2005 in Leipzig schon ganz anders aussehen. Einige der älteren Nationalspieler planen ihr internationales Karriereende nach Athen. Doch Peters hat für diese Zeit nach der „goldenen Ära“ bereits Vorkehrungen getroffen. Seit Januar 2003 existiert der so genannte Perspektivkader – eine Mannschaft, in der zahlreiche U21-Nationalspieler und international bereits erfahrene Kräfte im Alter bis 25 Jahre stehen. Der Bundestrainer ist sich sicher, dass er mit diesen Nachwuchskräften, die fast alle schon seit Jugendzeit in den Auswahlkadern des Deutschen Hockey-Bundes geschult wurden, die Lücke in soweit schließen kann, dass der Anschluss zur Weltspitze nicht verloren geht. Schließlich steht das nächste Welt-Turnier bereits auf dem Plan – und zwar 2006 in Mönchengladbach. Bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land will der Bundestrainer mit einer stark verjüngten Mannschaft die Titelverteidigung in Angriff nehmen. Das alles ist allerdings Zukunftsmusik. Der Fokus liegt ganz klar auf Olympia 2004 in Athen, denn eine olympische Medaille ist das einzige, was den so erfolgreichen Spielern der letzten Jahre noch fehlt – und diesem Ziel gilt die gesamte Konzentration. | |
|
|
|
Tor
 |
|
Abwehr
 |
|
Mittelfeld
|
|
Angriff
|
|
Staff

|
|
Die 16 nominierten Spieler: » Arnold, Clemens » Bechmann, Christoph » Biederlack, Sebastian » Crone, Philipp » Duckwitz, Eike » Eimer, Christoph » Emmerling, Björn » Kunz, Florian » Michel, Björn » Reinelt, Sascha » Scharowsky, Justus » Schulte, Christian » Weißenborn, Tibor » Weß, Timo » Witthaus, Matthias » Zeller, Christopher
|
|
|